Wirtschaft fordert Ende der Russland-Sanktionen

Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft warnt vor einer Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland. Die derzeitige Entwicklung übertreffe die „schlimmsten Befürchtungen“. Die Folgen der Sanktionen seien nicht nur kurzweilige Einbrüche. Die ganze Marktpräsenz Deutschlands in Russland ist in Gefahr.

Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft fordert ein Ende der Sanktionen gegen Russland. Die Exporte nach Russland dürften in diesem Jahr um ein Viertel oder neun Milliarden Euro einbrechen, nachdem sie bereits 2014 um 6,5 Milliarden Euro gefallen waren, sagte der Ausschussvorsitzende Eckhard Cordes am Freitag in Berlin. „Die aktuelle Entwicklung übertrifft selbst unsere schlimmsten Befürchtungen.“

Die Exporte nach Russland dürften in diesem Jahr um ein Viertel oder neun Milliarden Euro einbrechen, nachdem sie bereits 2014 um 6,5 Milliarden Euro gefallen waren. „Die negative Entwicklung seit Beginn der Sanktionen bedroht in Deutschland unmittelbar 150.000 Arbeitsplätze.“ Besonders mittelständische Firmen in Ostdeutschland seien gefährdet. Daher sei ein „Einstieg in den Ausstieg aus den Wirtschaftssanktionen“ notwendig, so Cordes.

Deutschland drohe auch langfristig wichtige Kunden zu verlieren. „Es gibt eine Hinwendung Richtung Asien“, sagte Cordes. „China hat Deutschland im Handelsvolumen mit Russland inzwischen überholt.“ Auch wenn die Sanktionen beendet würden, gebe es kein schnelles Zurück zur Normalität. Mit jedem abgebrochenen Geschäftskontakt sinke zugleich die politische Einflussnahme auf Moskau.

Nach der Verlängerung der Sanktionen gegen Russland hat Russland selbst auch die Sanktionen gegenüber der EU verlängert. Zudem hat Russland im vergangenen Jahr extrem viele Handelshemmnisse geschaffen. Die European Bank for Reconstruction and Development erwartet für die Ukraine nun einen Wachstumsrückgang um 7,5 statt fünf Prozent. Für Russland selbst wurde der Ausblick dagegen auf -4,5 Prozent leicht angehoben, so der Ost-Ausschuss in seiner aktuellen Veröffentlichung.

In einer aktuellen Umfrage unter 350 Vertretern aus Wirtschaf und Politik rechneten mehr als die Hälfte der Befragten mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Russlands in diesem Jahr. 50 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Monaten die Beibehaltung der Wirtschaft ssanktionen gegen Russland, zehn Prozent gehen von einer weiteren Verschärfung aus.

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  1. Matthes sagt:

    Diese Aufblaserei Europas im amerikanischen Interesse nutzt auch nur Amerika. Die EU schadet sich selbst un sollte diesen Nonsens schnellstens einstellen!