EU: Waschmaschine soll Nutzer über perfekte Waschzeiten informieren

Die EU will die Welt der smarten Technologie nutzen, um die EU-Bürger in ihrem Nutzungsverhalten von Haushaltsgeräten zu beeinflussen. Die Waschmaschine etwa soll sagen, wann am besten gewaschen werden sollte.

Unter dem Begriff Smart Appliance will die EU in naher Zukunft die Nutzung von Haushaltsgeräten in stromsparende Wege leiten. Ziel ist es, die Entwicklung hin zu zahlreichen smarten Geräten nutzbar zu machen, um Strom zu sparen bzw. auf Stromlücken reagieren zu können. Hierzu wurde 2014 eine Vorstudie ins Leben gerufen, die bis 2016 die Möglichkeiten zur Durchführung dieser Strategie erörtert. Bürger und Unternehmen können sich dazu äußern und noch bis 15. Juli selbst Vorschläge einbringen.

Im September 2016 soll die EU-Kommission dann Ideen zu potentiellen Maßnahmen  für die Sammlung von Datenströme- und Analysen erhalten. Auch über bestimmte Anreize für den Konsumenten soll nachgedacht werden. Letztlich geht es darum, das Strom-Nutzungsverhalten der Konsumenten im Vorfeld und auch nach Einführung generell zu analysieren und zu steuern. In dem beispielsweise die smarte Waschmaschine dem Konsumenten sagt, dass es zu einer bestimmten Uhrzeit besser wäre, die Wäsche zu waschen. Wie dies aussehen kann, beschreibt die Vorstudie wie folgt:

Die Waschmaschine könnte beispielsweise die aktuellen Strompreise runterladen und den Konsumenten darüber informieren. Der Nutzer würde dann seiner Waschmaschine „sagen“, bis wann am Tag die Wäsche gewaschen sein müsste. „Dann kann die Maschine von selbst das Waschprogramm zum günstigsten Zeitpunkt innerhalb der vorgegebenen Zeit starten“, heißt es im ersten Entwurf. Auch könnte die Waschmaschine dem Nutzer gleich zeigen, wann wohl der günstigste Zeitpunkt wäre, so dass dieser gleich die Waschmaschine danach einstellen könnte. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Waschmaschine gegebenenfalls das Waschprogramm unterbricht und zu einem besser geeigneten Zeitpunkt fortsetzt.

„Die Akzeptanz einer Fernaktivierung von Waschmaschine oder Geschirrspüler des Konsumenten dürfte hoch sein“, so die Leiter der Studie. Aber es „könnte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit (bzw. rechtlicher Vorgaben, Anm. d. Red.) geben, wenn beispielsweise die Waschmaschine wäscht, obwohl der Eigentümer Zuhause ist“. Aber auch hinsichtlich möglicher Ruhezeiten im Mehrparteienhaus könnte s Probleme geben. Und, räumen die Studiendurchführer ein, die Nutzung der smarten Waschmaschine „könnte  Auswirkungen auf die Qualität des Gerätes“ und der Wäsche haben. Das betrifft vor allem den Vorschlag, den Waschvorgang auch mal zu unterbrechen, wenn so Strom gespart werden könnte. Ähnliche Untersuchungen wurden bzw. werden für die Vorstudie hinsichtlich der Nutzung von Geschirrspülern, Öfen, elektrischer Heizung, Wasserkochern, Ventilatoren etc. durchgeführt.

Grundlage für diese Vorstudie ist die so genannte Ökodesign Richtlinie, das Gesetz über die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte. Diese trat bereits am 25. November 2011 in Kraft. Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie schreibt dazu:

„Die Ökodesignrichtlinie ist Bestandteil der Integrierten Produktpolitik (IPP) der Europäischen Union, die umwelt- und wirtschaftspolitische Ziele verfolgt. Die Richtlinie bildet den Rahmen für die Festlegung einheitlicher Vorgaben in Bezug auf die umweltgerechte Gestaltung („Ökodesign“) von energieverbrauchsrelevanten Produkten innerhalb der Europäischen Union.“

Betroffen seien „alle Massenprodukte, deren Umweltaspekte, besonders im Hinblick auf Energieverbrauch und gefährlichen Abfall, verbessert werden können“, so die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. „Bedingung ist, dass sie im Betrieb Energie verbrauchen oder den Energieverbrauch beeinflussen. Vom Ökodesign (umweltgerechte Gestaltung) sind Fahrzeuge und Rüstungsgüter ausgenommen.“ Der Auslauf aller klaren und matten Glühlampen beispielsweise fiel damals auch unter die Richtlinie.

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  1. Zauberlehrling sagt:

    Verblödung ³