Die Top-Pharmakonzerne setzen auf Krebs und Immunkrankheiten

Die 20 größten Pharmaunternehmen der Welt haben im vergangenen Jahr die meisten Umsätze mit Wirkstoffen zur Behandlung von Krebs und Immunkrankheiten gemacht. Insgesamt stiegen die kumulierten Umsätze dieser Unternehmen um vier Prozent. Restrukturierungen haben aber auch zu dem positiven Ergebnis beigetragen.

Die Pharmabranche konnte 2014 trotz konjunkturell schwieriger Voraussetzungen ihren Umsatz weiter verbessern. So stieg der Gesamt-Pharmaumsatz der 20 größten Pharmakonzerne weltweit von 337,346 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 350,821 Milliarden Euro 2014. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Vor allem die Krebs- und Immunmedikamente stehen im Fokus der großen Pharmakonzerne. Hier lag der Umsatz zusammen bei 94,1 Milliarden Euro. 2013 waren es noch 88,7 Milliarden Euro. „Die Pharmaindustrie hat in der Krebsforschung erhebliche Fortschritte gemacht“, sagt Erich Lehner von EY Österreich. Die Therapiemöglichkeiten seien deutlich besser geworden. „Durch die hohe Zahl an verschiedenen Krebsformen, die alle unterschiedlich behandelt werden müssen,  bedarf es sehr spezieller Wirkstoffe“, so Lehner.

Durch die neuen Diagnostik-Methoden könnten die entsprechenden Wirkstoffe heute viel zielgerichteter entwickelt werden. „Die Behandlung von Krebs wird ein dominantes Thema bleiben.“ Das zeigt sich auch bei der Entwicklung von Wirkstoffen. Im Bereich der Onkologie und Immunologie befanden sich im vergangenen Jahr mit 1.589 die meisten Wirkstoffe in der Entwicklungspipeline.

Zweitwichtigster Umsatzfaktor waren die Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Hier ging der Umsatz jedoch leicht von 72,2 Milliarden Euro auf 71,3 Milliarden Euro zurück. Dafür konnten die Konzerne aber ihre deutlichste Umsatzsteigerung bei Medikamenten gegen Infektions-Krankheiten verzeichnen.

Den größten Pharmaumsatz der 20 Top-Unternehmen machte Pfizer trotz eines leichten Rückgangs gegenüber 2013 mit 34,446 Milliarden Euro. Roche und Merck & Co. Inc. folgen auf Platz zwei und drei. Bayer landete auf Platz 13 mit einem Pharmaumsatz von 12,052 Milliarden Euro. Vor allem die US-amerikanischen Pharmariesen konnten ihren Pharmaumsatz steigern, während sich die Umsätze der Konzerne aus Europa und Japan nur leicht verbesserten.

Insgesamt lag das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen bei den Top 20 Pharmakonzernen bei fast 120 Milliarden Euro: 6,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zumal der EBIT 2013 im Vergleich zu 1012 sogar noch um 4,3 Prozent zurückgegangen war. „Die großen Pharma-Konzerne haben 2014 wieder kräftig Fahrt aufgenommen“, sagt Erich Lehner, zuständiger Partner für Life Sciences bei EY Österreich. „Sowohl Umsatz als auch Ergebnis entwickelten sich wieder positiv.“

Die Restrukturierungen und Kostensenkungen hätten sich dabei auch positiv ausgewirkt. „Sie trennen sich von Geschäftsfeldern, die nicht zu ihren Kernkompetenzen gehören und investieren gezielt in individuell Erfolg versprechende Wirkstoffbereiche“, so Lehner. „Damit bewegen sie sich weg vom früheren Ansatz einer breiten Konzernstruktur mit einem breit gefächerten Wirkstoffportfolio und fokussieren sich auf ihre Stärken.“

Dabei erhöhten die Konzerne ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier war Roche mit 6,899 Milliarden Euro führend, gefolgt von Novartis und Pfizer. Verantwortlich für den erhöhten Umsatz waren vor allem Zukäufe und Fusionen. Diese erreichten ein Volumen von 300 Milliarden Euro und damit deutlich mehr als in den drei Jahren zuvor.

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