China will Aktienmarkt mit Rentenfonds stützen

Chinas Aktienmarkt ist in den vergangenen zwei Wochen eingebrochen. Nun will die Regierung den staatlichen Rentenfonds erlauben, an der Börse zu investieren. Neben Aktien sollen sie auch Anleihen und beispielsweise Derivate kaufen können.

Die Situation in der Finanzwelt Chinas ist derzeit sehr angespannt. Erst vor ein paar Tagen hatte die chinesische Zentralbank noch einmal den Leitzins gesenkt. Nun sollen die staatlichen Pensionsfonds auch noch eingreifen. Peking will den Rentenfonds ermöglichen, an der Börse zu investieren, berichtet Bloomberg mit Verweis auch Dokumente des chinesischen Finanzministeriums.

Neben Aktien sollen die Fonds auch in Anlageformen wie bestimmte Derivate und Anleihen investieren können. Die Höhe der möglichen Investitionen liege dann bei 30 Prozent des Nettowerts des Pensionsfonds. Zwar würde schon die Ankündigung die Märkte etwas beruhigen, doch es könnte bis zu sechs Monate dauern, bis dafür alle Vorkehrungen getroffen sind, sagte Tommy Xie von der OCBC Bank der CNBC. Außerdem hätten solche Maßnahmen in der Regel nur einen begrenzten Wirkungsgrad.

Seit dem 12. Juni ist der Shanghai Composite Index um mehr als 20 Prozent gefallen. Am Dienstag sank der Index bereits kurz nach der Öffnung der Märkte um drei Prozent. Die Preise der Aktien hatten im vergangenen Jahr rapide zugelegt. Etliche chinesische Indizes erreichen ein Plus von 140 Prozent. Neben der potentiellen Stärkung des Aktienmarktes sollen die Fonds dadurch auch die Möglichkeit erhalten, höhere Renditen zu erreichen.

Trotz des abgeschwächten Wirtschaftswachstums hatte China im vergangenen Jahr immer mehr Investoren angelockt. Die Internationalisierung des Yuan und die Überprüfung der staatlich subventionierten Firmen haben dazu ebenso beigetragen wie die Unsicherheit hinsichtlich der Ukraine-Krise. Wie der Weltinvestitionsreport 2015 der UN jüngst zeigte, war China im vergangenen Jahr der weltgrößte Empfänger von Direktinvestitionen und verdrängte damit die USA von Platz 1.

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