Gerresheimer verkauft Röhrenglas-Geschäft an US-Konzern

Der Verpackungshersteller Gerresheimer verkauft sein Röhrenglas-Geschäft an den US-Konzern Corning Inc. 196 Millionen Euro erhält Gerresheimer dafür. Außerdem wollen die beiden Unternehmen ein Joint Venture für Innovationen am Verpackungsmarkt gründen.

Der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Verpackungshersteller Gerresheimer verkauft für 196 Millionen Euro sein Röhrenglasgeschäft. Die Sparte mit insgesamt 300 Beschäftigten in Pisa und am Standort Vineland in den USA geht an den US-Konzern Corning Inc, wie der Düsseldorfer Traditionskonzern am Dienstag mitteilte. „In Einklang mit unserer Strategie fokussieren wir uns auf unsere Kernkompetenz, pharmazeutische Primärverpackungen und Produkte zur Verabreichung von Medikamenten für unsere Pharmakunden zu entwickeln und zu produzieren“, begründete Vorstandschef Uwe Röhrhoff den Verkauf.

„Darüber hinaus bringen wir beide unsere Kompetenzen in ein Joint-Venture ein, dessen Innovationen unser Produktportfolio an hochwertigen Verpackungslösungen aus pharmazeutischen Glasröhren erweitern wird”, so Uwe Röhrhoff. Hierbei soll Corning 75 Prozent der Anteile halten und Gerresheimer 25 Prozent.

Gerresheimer ist bis dato weltweit der zweitgrößte Hersteller von Röhrenglas nach Schott<IPO-SHT.F>. Die Produktion des Vorproduktes, das zur Weiterverarbeitung zu Injektionsfläschchen, Ampullen und Glasspritzen gebraucht wird, ist kapitalintensiv. Grund ist die häufige Erneuerung von Schmelzwannen.

Um nach dem Verkauf den eigenen Bedarf an Röhrenglas zu decken, habe der Konzern mit Corning einen Zehn-Jahres-Liefervertrag geschlossen. Darüber hinaus wollen beiden Firmen ein Gemeinschaftsunternehmen gründen zur Entwicklung neuer Glasverpackungen für die Pharmaindustrie.

Gerresheimer bekräftigte seine Prognose für 2015, da die Transaktion erst Ende des Jahres abgeschlossen sein werde. Demnach peilt Röhrhoff für das seit Dezember laufende Bilanzjahr 2014/15 Umsatzzuwächse von ein bis drei Prozent auf 1,3 bis 1,33 Milliarden Euro an. Beim bereinigten Ebitda kalkuliert er mit einem Anstieg auf 255 bis 265 (Vorjahr: 253,4) Millionen Euro.

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