Digitalisierung gefährdet fast jedes zweite Unternehmen

Die voranschreitende Digitalisierung wird einer Studie zufolge in den kommenden Jahren zu einer Verschiebung am Markt führen. Die etablierten bzw. schon seit Jahren existierenden Unternehmen laufen Gefahr, schneller abgehängt zu werden. Schon jetzt schwinden die Grenzen zwischen den Branchen.

Die Digitalisierung des eigenen Unternehmens ist heute fast nicht mehr zu umgehen. Ganz gleich, ob es um Konsumentennähe, Internationalisierung oder Prozessoptimierung geht. Digitalisierung wird oft als neue Chance gesehen. Doch wie eine neue Studie von Cisco zeigt, birgt sie auch Gefahren. Und zwar nicht etwa mit Blick auf Viren oder Spionage, sondern mit Blick auf die unglaubliche Zunahme neuer Konkurrenten.

Für die Studie „The Digital Vortex: How Digital Disruption is Redefining Industries“ wurden etwa 1.000 Entscheider aus zwölf unterschiedlichen Branchen befragt. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich allein durch die „digitale Transformation schätzungsweise 40 Prozent der Unternehmen in jeder der untersuchten Branchen in einem völlig veränderten Wettbewerbsumfeld wiederfinden, und zwar innerhalb der kommenden fünf Jahre.“

Vor allem die Technologiebranche ist am stärksten von der Digitalisierung betroffen. Aber auch Branchen wie Medien und Unterhaltung, Telekommunikation, Finanzwesen und Einzelhandel stehen vor großen Veränderungen. Und dennoch glauben 45 Prozent der Befragten nicht, dass die digitale Transformation ein Thema für den Vorstand sei.

„Neue, schnelle Marktteilnehmer und innovative Traditionsfirmen erzeugen enormen Druck auf alle anderen Unternehmen“ „, sagt Michael Ganser von Cisco Zentral- und Osteuropa. Eine erfolgreiche Vergangenheit sei keine Erfolgsgarantie mehr, und Abwarten keine Option. „Unternehmen brauchen jetzt eine digitale Strategie, um die digitale Transformation mitzugestalten und anzuführen.“

So ändern sich nicht nur die Geschäftsmodelle, sondern auch die Wertschöpfungsketten und Produktangebote.“ Selbst die Grenzen zwischen den einzelnen Branchen verschwinden, so die Studie. „Wenn Wirtschaftsbereiche in den Digitalen Wirbelsturm geraten, werden physikalische Komponenten zunehmend abgelöst – da sie teilweise einen Wettbewerbsvorteil verhindern“, sagt Michael Wade, Direktor des Global Center for Digital Business Transformation (DBT Center).

Die derzeit erfolgreichsten Unternehmen nutzen eine so genannte „kombinatorische Disruption“, indem sie verschiedene Werte wie Kosten, Erfahrung oder Plattformen vereinigen, erklärt Wade. „Damit erzeugen sie neuartige Geschäftsmodelle und profitieren von exponentiellen Gewinnen.“

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