Schiffbau: Zulieferer kämpfen mit sinkenden Bestellungen

Die maritime Industrie in Deutschland spürt die Krise in der Schifffahrtsbranche. Die Bestellungen neuer Schiffe sind drastisch gesunken. Die schlechte Performance des Baltic Dry Index im vergangenen Jahr zeigt seine Wirkung und wird auch in diesem Jahr die Zulieferer unter Druck setzen.

Die deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferer haben sich im vergangenen Jahr mit einem deutlich geringeren Umsatzplus zufrieden geben müssen. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) mitteilte, kletterte der Umsatz um 1,7 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. 2013 wurde ein Umsatz von 11,7 Milliarden Euro erreicht. „Insgesamt melden 40 Prozent der Unternehmen in unserer Branche ein Wachstum, ein Drittel der Unternehmen verzeichnen dagegen Rückgänge“, sagte Alexander Nürnberg vom VDMA.

Angesichts der Auftragseingänge und Bestellungen wird auch in diesem Jahr kein großer Sprung erwartet. Während die Auftragseingänge 2013 ein Wachstum von 11,2 Prozent aufwiesen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 4,3 Prozent. Bei den Bestellungen neuer Schiffe ist es sogar zu einem Rückgang von 35 Prozent gekommen.

„Die Exportaktivitäten der deutschen Zulieferer werden insbesondere gebremst durch Auftragsverschiebungen der Öl- und Gas-Konzerne aufgrund des geringen Weltmarktpreises für diese beiden Rohstoffe“, so der VDMA. Wichtig seien nun Investitionen wie etwa in neue Produktionsanlagen und eine zunehmende Digitalisierung. „Industrie 4.0 ist in seiner Gesamtheit für die maritime Industrie eine gute Chance, sich weiter im globalen Wettbewerb zu behaupten und mit neuen Ideen Marktanteile zu gewinnen“, sagt auch DMNA-Vorstand Martin Johannsmann.

Die größten Märkte der deutschen Zulieferer sind im vergangenen Jahr Asien mit 46 Prozent und Europa mit 37 Prozent der Auslandsgeschäfte gewesen. Die Geschäfte zu China sind sogar 2014 noch einmal um zwei Prozentpunkte auf 27 Prozent gestiegen. Rückgänge gab es in Osteuropa aufgrund der Ukraine-Krise und der Russland-Sanktionen sowie in Korea.

Neben dem Spezialschiffbau werden weiterhin die Aufträge aus dem Containerschiffbau gezogen. Wobei letzterer seit mehr als einem Jahr in der Krise steckt, denn der Seehandel hat deutlich an Fahrt verloren. Der Markt ist gesättigt, die Preise sind drastisch gesunken. 2014 war der Baltic Dry Index um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Gemeinhin gilt der Rückgang des Baltic Dry Index als Ankündigung einer möglichen Rezession.

 

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  1. Wie denn ? was denn ? sagt:

    Der Baltic Dry Index bildet nur die Situation im Massengutverkehr ab.
    Die Probleme bestehen aber im Überangebot der Container-Kähne.
    Die Frachtraten sind dort regelrecht zusammengebrochen.
    Aus meien beruflichen Laufbahn waren es zwischen
    2700 $ / 40″ und jetzt um die
    700 $ / 40″.
    Da kann auch ein Rieseneimer keinerlei Gewinne oder gar Amortisationen einfahren.
    Ergo: Pleite für viele kleine Reeder.