Eskalation in Griechenland kostet Unternehmen Milliarden

Die aktuellen Entwicklungen in Griechenland haben nicht nur bei griechischen Unternehmen Spuren hinterlassen. Allein die fünf teuersten Unternehmen Deutschlands haben infolge der Marktturbulenzen 22 Milliarden Euro verloren. Bayer ist momentan das wertvollste Unternehmen Deutschlands. Doch die mit Abstand wertvollsten Unternehmen nach Börsenwert kommen aus den USA, allen voran Apple.

Die zähen Verhandlungen und schließlich die Ankündigung eines Referendums vor rund einer Woche haben an den internationalen Börsen für heftige Turbulenzen gesorgt. So ist der Gesamtwert der 100 teuersten Unternehmen der Welt in den vergangenen zwei Wochen um 300 Milliarden Dollar gesunken: von 16,6 Billionen Dollar auf 16,3 Billionen Dollar. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse von Ernst & Young. Die fünf wertvollsten deutschen Unternehmen traf es dabei besonders hart. Ihr Wert sank um 4 Prozent bzw. 22 Milliarden Dollar.

Das nach Börsenwert wertvollste deutsche Unternehmen ist derzeit der Pharmakonzern Bayer mit einem Wert von 116 Milliarden Dollar. Damit steigerte das Unternehmen seinen Wert innerhalb eines Jahres um 2,5 Milliarden Dollar. Insgesamt haben es in diesem Jahr fünf deutsche Unternehmen in die Top 100 der wertvollsten Konzerne geschafft. Neben Bayer sind das Volkswagen, Daimler, Siemens und SAP.

Das mit Abstand – zumindest nach Börsenwert – wertvollste Unternehmen der Welt ist aber Apple mit aktuell 723 Milliarden Dollar. „Der aktuelle Börsenwert des iPhone-Herstellers entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung der Länder Portugal, Finnland und Griechenland zusammen“, heißt es in der Marktanalyse. Acht der zehn erfolgreichsten Unternehmen kommen aus den USA.  Google und Microsoft folgen Apple auf Platz zwei und drei.

Insgesamt gelang es nur 28 europäischen Unternehmen, unter die Top 100 zu kommen. Die Krise der vergangenen Jahre habe die europäische Wirtschaft geschwächt und sei für Investoren weniger attraktiv gewesen. Das zeigt sich auch an den Direktinvestitionen. Diese gingen von 2013 auf 2014 um 37 Milliarden Euro zurück.  „Die Schwäche der europäischen Unternehmen im Ranking resultiert auch aus dem gesunkenen Eurokurs – die an europäischen Börsen gelisteten Konzerne verlieren im internationalen Vergleich an Wert, während der starke US-Dollar US-Konzerne aufwertet“, so Thomas Harms von Ernst & Young.

Andererseits profitieren europäische Unternehmen mit einem starken Engagement außerhalb des Euroraums vom schwachen Euro. „Ein niedrigerer Eurokurs lässt im Ausland erzielte Einnahmen bei der Umrechnung in die europäische Gemeinschaftswährung wachsen.“ Am Ende dürfte genau die Schwäche des Euros in den kommenden Monaten den europäischen Konzernen noch stärker zugutekommen. Allerdings ist das auch abhängig von einer tragfähigen Lösung für Griechenland.

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  1. yanis sagt:

    Warum Angaben in Dollar? Wir sollten alle Angaben in Euro machen!