US-Krankenversicherer Aetna kauft kleineren Konkurrenten Humana

Eine Rekordübernahme in der Versicherungsbranche krempelt den US-Gesundheitssektor um. Für 37 Milliarden Dollar kauft der Krankenversicherer Aetna den kleineren Konkurrenten Humana.

Der amerikanische Gesundheitssektor steht vor einer Umwälzung. Am Freitag kündigte der US-Krankenversicherer Aetna den Kauf des kleineren Humana an. Das Vorhaben stellt den Höhepunkt einer Fusionswelle dar, die durch die Einführung des staatlichen Krankenversicherungsprogramms in den Vereinigten Staaten angestoßen wurde. Sollten die Wettbewerbsbehörden dem Zusammenschluss grünes Licht geben, entstünde ein Konzern, der mehr als 33 Millionen Versicherten über die staatlichen Programme Medicare und Medicaid sowie über individuelle Policen versorgt.

Die Unternehmen versprechen sich durch die Zusammenschlüsse eine bessere Position in den Preisverhandlungen mit Krankenhäusern und Ärzten sowie einen Ausbau ihrer Mediziner-Netze. Zugleich sparen die Fusionspartner Kosten in Verwaltung und anderen Bereichen. Erst in der vergangenen Woche hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass bestimmte staatliche Beihilfen im Gesundheitswesen beizubehalten sind. Dies zerstreute Befürchtungen, dass Medicare und Medicaid Mitglieder verlieren könnten, und machte den Weg frei für die jüngsten Übernahmepläne in der Branche.

Erst diese Woche kaufte der in der Schweiz ansässige Konzern ACE den US-Anbieter Chubb für rund 28 Milliarden Dollar. Zudem erwarb Centene den kleineren Wettbewerber Health Net für 6,3 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hat der zweitgrößte US-Versicherer Anthem ein Auge auf den kleineren Rivalen Cigna geworfen und wäre bereit, rund 54 Milliarden Dollar inklusive Schulden auf den Tisch zu legen. Stimmt Cigna zu, wäre dies die größte Übernahme aller Zeiten in der Versicherungsbranche – noch vor dem Aetna-Deal.

Die meisten Experten rechnen damit, dass die Regulierer die seit Längerem erwartete Fusion von Aetna und Humana genehmigen. Allerdings könnten damit ihrer Einschätzung nach Auflagen verbunden sein. In einigen Bundesstaaten käme das fusionierte Unternehmen auf einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Für dieses Jahr wird mit einem Umsatz von rund 115 Milliarden Dollar gerechnet. Aetna bietet den Humana-Eignern in bar sowie in eigenen Aktien 230 Dollar je Anteilsschein. Dies entspricht einem Aufschlag von 23 Prozent auf den Schlusskurs von Donnerstag.

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