RWE plant einschneidenden Konzernumbau

Bei einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates im August soll über die Umbauplanungen gesprochen werden. Ziel ist eine erhebliche Verschlankung des Konzerns.

Der von der Energiewende gebeutelte RWE -Konzern will einigen Geschäftsbereichen eine neue Struktur verpassen und damit rascher auf Veränderungen des Marktes reagieren. Der Aufsichtsrat werde am 10. August über die Umbaupläne beraten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Im Konzern werden Insidern zufolge seit Monaten mehrere Modelle durchgespielt.

Die Zahl der Töchter solle verringert und die Strukturen vereinfacht werden. Es gebe eine dreistellige Zahl an Töchtern und Tochter-Töchtern, die zum Teil über einen eigenen Aufsichtsrat verfügen. Einige Gesellschaften könnten aufgelöst und mit anderen verschmolzen werden. Dies soll auch Kosten sparen. Die Holding könne künftig eine größere Rolle spielen. RWE wollte sich nicht dazu äußern.

Zu den Überlegungen gehört Insidern zufolge, die Deutschland AG mit der Vertriebstochter zu verschmelzen. Die Unternehmen beschäftigen zusammen über 20.000 Mitarbeiter. Die Kommunen, die knapp 24 Prozent an RWE halten, beobachten die Pläne mit Argusaugen, fürchten sie doch um Einfluss und Arbeitsplätze. Die Deutschland AG hat ihren Sitz in Essen, die Vertriebs AG in Dortmund. Offen ist, wie es mit der Ökostromtochter Innogy weiter geht, die bereits in den vergangenen Jahren geschrumpft war. Hier hatte es Überlegungen für eine Zusammenlegung mit der Sparte gegeben, in der auch die Kohlekraftwerke gebündelt sind.

Die bei RWE konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und IGBCE dürften bei dem Treffen die Arbeitsplätze und die bestehenden Vereinbarungen für die Beschäftigten sichern wollen. „Bei der geplanten Zusammenlegung von RWE-Tochtergesellschaften werden wir darauf pochen, dass die Mitbestimmung ihren Einfluss behält“, sagte Verdi-Vertreter und Aufsichtsratsmitglied Hans-Peter Lafos der Zeitung.

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