Griechenland: Finanzminister Varoufakis tritt zurück

Trotz der klaren Mehrheit gegen die Reformvorschläge der Troika tritt der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis nun zurück. Er sei in der Eurogruppe nicht mehr erwünscht, teilte er mit.

Am Montagmorgen hat der griechische Finanzminister Varoufakis seinen Rücktritt via Twitter angekündigt. „Minister No More“ schrieb er.

„Das Referendum vom 5. Juli wird als einzigartiger Moment in die Geschichte eingehen, als eine kleine europäische Nation sich gegen die Schuldenfessel erhob“, schrieb der griechische Finanzminister Varoufakis außerdem.

In einem Link verweist Varoufakis auf seinen blog:
Kurz nach dem Referendum sei ihm gezeigt worden, dass es einige Eurogruppen-Mitglieder und verschiedene Partner „meine Abwesenheit“ es vorziehen würden. Der Premier Tsipras soll Varoufakis zufolge diese Idee der „Abwesenheit“ als „möglicher Weise hilfreich“ angesehen haben, um eine Einigung zu erzielen. „Aus diesem Grund verlasse ich das Finanzministerium heute.“

Varoufakis hatte bereits einmal zuvor seinen Rücktritt in Aussicht gestellt. Allerdings war dieser im Zusammenhang mit dem Ergebnis des Referendums erwähnt worden. Hätte die griechische Bevölkerung mit den Sparvorschlägen der Troika zugestimmt, hätte er seinen Posten verlassen. Dies ist jedoch nach dem klaren Nein der Griechen nicht der Fall gewesen.

Über eine mögliche Nachfolge ist noch nichts bekannt.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Thomas Bauer, Hannover sagt:

    Die Entscheidung des Wirtschaftswissenschaftlers und Finanzministers Varoufakis seine Mitverantwortung trotz des angestrebten Ergebnisses beim Referendum abzugeben, heißt auch, dass er keine Unterstützung im eigenen Hause hat.
    Reicht denn z. B. die Lobbyarbeit studentischer Yale- sowie der Investmentbanking-Seilschaften zu dicht an seine ministeriale Wirkungsstätte heran, um sich deren Einfluss entziehen zu können, oder/und ist sein bisheriger Spielraum Teil der Dramaturgie von US-Strategen, die ihre geostrategischen Absichten bereits verfolgten, als sie mit Hilfe der Investmentbank Goldman-Sachs Griechenland ermöglichten die Maastricht-Kriterien für dessen EU-Beitritt schönzurechnen?