Deutsche Unternehmen bremsen Produktion

Die sinkende Nachfrage aus dem Inland und die schwächelnde Baukonjunktur haben zu einer Drosselung der Produktion in Deutschland geführt. Hinsichtlich der Griechenland-Misere ist es aber in der deutschen Industrie noch nicht zu Schwierigkeiten gekommen.

Die schwächere Baukonjunktur hat im Mai die Produktion in Deutschland gedämpft. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen genau so viel her wie im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Im April hatte es noch ein Wachstum von 0,6 Prozent gegeben. Für den Rückschlag sorgte vor allem die Baubranche, die wegen des milden Winters viele Arbeiten vorziehen konnte und daher nun ein Minus von 0,5 Prozent meldete. „Die schwache Frühjahrsbelebung im Bausektor ist nach den produktionsintensiven milden Wintermonaten nicht ungewöhnlich“, erklärte das Ministerium.

Besser sieht die Bilanz der exportabhängigen Industrie aus. Sie fuhr ihre Produktion um 0,4 Prozent nach oben. Dazu trug vor allem die Autobranche bei. „Die Industriekonjunktur scheint sich zu festigen“, betonte das Ministerium.

„Die jüngste Episode der Griechenland-Krise hat bislang noch nicht auf die deutsche Konjunktur durchgeschlagen“, sagte Ökonom Carsten Brzeski von der ING-Bank. „Der schwächere Mai dürfte eher das Ergebnis von Feier- und Brückentagen sein als ein erster Einbruch durch die Griechenland-Krise.“ Volkswirtin Ulrike Kastens von der Bank Sal. Oppenheim rechnet mit einer Belebung.

„Der Anstieg der Auftragseingänge macht Hoffnung“, sagte sie. Im April und Mai lagen sie zusammen um 2,5 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals. „Auch der Bau wird sich in den kommenden Monaten dank des niedrigen Zinsumfelds deutlich beleben“, erwartet Kastens.

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