Griechenland bittet ESM um Hilfe

Griechenlands Regierung hat nun offiziell beim Eurorettungsfond ESM einen Antrag auf Finanzhilfe gestellt. Aber auch hierfür benötigt das Land die Zustimmung der Eurogruppe.

Griechenland hat formell einen Antrag beim Euro-Rettungsfonds ESM auf weitere Finanzhilfen gestellt. Der ESM habe die Bitte der griechischen Regierung erhalten, teilte ein Sprecher des Fonds am Mittwoch mit. Weitere Details nannte er nicht. Bewerten müssen den Antrag Griechenlands die Euro-Finanzminister.

Im Laufe des Tages war eine Telefonkonferenz der Eurogruppe angesetzt. Die griechische Regierung will mit einem dritten Hilfsprogramm den Finanzkollaps abwenden. ESM-Programme werden stets mit Reformauflagen verknüpft. Der Aufnahme von Verhandlungen über ein umfangreiches Programm muss auch der Bundestag zustimmen.

Darüber hinaus hat sich Griechenland am Finanzmarkt etwas Geld besorgt. Die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur PDMA verkaufte am Mittwoch Schuldverschreibungen („T-Bills“) mit sechsmonatiger Laufzeit im Volumen von 1,625 Milliarden Euro. Die Rendite lag unverändert bei 2,97 Prozent.

Käufer sind in erster Linie Banken, an die am 10. Juli eine auslaufende Schuldverschreibung zurückgezahlt werden müsste. Sie verzichteten aber auf die Auszahlung und erneuerten stattdessen ihre Position, indem sie die neuen Geldmarktpapiere zeichneten. Die Auktion war 1,3-fach überzeichnet.

Bis Freitag  hat Tsipras Regierung Zeit, neue Reformvorschläge auf den Tisch zu legen. „Wir sind dazu aufgefordert, einen würdigen Kompromiss zu finden, um einen historischen Bruch zu vermeiden“, sagte Tsipras am Mittwoch im EU-Parlament. „Ich kann Ihnen versichern, dass sich das griechische Volk bemüht hat, sich den Anforderungen anzupassen, aber jetzt sind wir am Ende der Belastbarkeit angelangt.“ Seine Heimat sei zu einem Versuchslabor für Sparpolitik geworden. „Die Mehrheit des griechischen Volkes sieht keinen anderen Ausweg, als eine Befreiung von diesem ausweglosen Kurs zu fordern“, sagte er mit Blick auf das Ergebnis des Referendums vom vergangenen Sonntag.

 

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Da scheint es zunehmend die
    sind tatsächlich schlicht Pleite bei Null.
    Das die EU resp. Mitgliedstaaten der
    EU nicht mehr mitspielen wollen ist
    denn auch mehr als verständlich.
    Insbesondere Deutschland als
    Hauptsponsor der EU.
    20 Jahre Wirtschaftspolitik über Geldschöpfung
    aus diversen Quellen beginnt seine hässliche Seite
    zu zeigen. Sog. Konjunkturkurbel-Politik.
    Scheint die kritische Masse an ungedekter liquidität
    im Verhältnis zur Realwirtschftsleistung ist erreicht.
    Griechenland ist offensichtlich das erste
    offene Loch in dieser Blase.
    1929 wurde der Geldhan umgehend zugedreht.
    Innert 6 Monaten breitete sich das Global aus.
    2008 wurde auf das andere Pferd gesetzt.
    Absehbar auch das funktioniert letztlich NICHT.
    Freundliche Grüsse

  2. Matthes sagt:

    Ein würdiger Kompromiss ist wohl nach griechischen Vorstellung eine Geldzuweisung ganz ohne Auflagen. Warum lässt sich die EU immer wieder fangen und zur Hektik anleiten wenn von vorneherein klar ist, dass Griechenland nicht liefert? Ist das Wunschdenken in der EU so groß daß man jeden Verstand ausschaltet? Das griechische Volk fordert? Die Völker der anderen EU-Länder fordern auch: SCHLUSS!