Österreich: Zunahme der Langzeitarbeitslosen steigt rasant

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Österreich ist im Juni im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 180 Prozent angestiegen. Doch auch Jugendliche haben Schwierigkeiten, eine Anstellung bzw. eine Lehrstelle zu finden.

In den vergangenen zwölf Monaten war Österreichs Wirtschaft alles andere als wachstumsstark. Doch glaubt man dem „Wirtschaftsbericht  Österreich 2015“, so ist nun auch in Österreich „die Talsohle durchschritten“. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) rechnet für 2015 mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent, das Institut für Höhere Studien (IHS) sogar mit 0,6 Prozent. Und die Österreichische Nationalbank sieht dann für 2016 ein Wachstum in Höhe von 1,9 Prozent. Ein Blick auf die Arbeitslosen im Land zeugt aber nicht von wirtschaftlicher Erholung.

„Angesichts dieser Rahmenbedingungen erscheint es dringend angezeigt zentrale Problemzonen der österreichischen Wirtschaftsentwicklung entschlossen zu bearbeiten. Es sind dies die hohe Arbeitslosigkeit, der überhöhte Preisauftrieb und die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen“, heißt es im Wirtschaftsbericht. Aktuell liegt die Zahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Arbeitslosen mit 320.172 um 38.606 bzw. 13,7 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert“, sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Nimmt man die Teilnehme an Schulungsangeboten noch dazu sind es sogar 381.898 Arbeitslose.  Der aktuelle Wert gemäß der Erhebungsmethode von EUROSTAT wird für Österreich mit 6,0 Prozent angegeben; die Jugendarbeitslosenquote mit 10,1 Prozent.

Vor allem im Bauwesen hat es nach nationalen Berechnungsmethoden einen überdurchschnittlich starken Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben (+14,2 Prozent). Herausfordernd ist dem Sozialministerium zufolge auch die Arbeitsmarktlage für Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Hier liegt Ende Juni die Arbeitslosigkeit um 25,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Unabhängig von den neu dazugekommenen Arbeitslosen zeigt gerade die Zahl der Langzeitarbeitslosen die massiven Probleme des österreichischen Arbeitsmarktes auf. So waren Ende Juni 32.720 Menschen länger als zwölf Monate arbeitslos. Das 181,9 Prozent bzw. 21.115 Menschen mehr als noch vor einem Jahr.

Die hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen wird sich angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Gesamtsituation der österreichischen Unternehmen nicht schnell verringern lassen. So suchen beispielsweise derzeit 4.909 junge Menschen  eine Lehrstelle, die Zahl der offenen Lehrstellen beträgt aber nur 2.684. Das sind noch einmal 0,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    DIE POLITIKER HABEN NOCH KEINEN ARBEITSPLATZ GESCHAFFEN !
    Es wäre genug Arbeit vorhanden, es fehlt nur das Geld die Arbeit zu bezahlen !
    Das Gejammer, „Fachkräfte fehlen“, „Akademiker-Mangel“ stimmt nur in gewissen Branchen. In den 30er Jahren hatte Österreich etwa 15.000 Studenten – heute 300.000 ! Es wird zum Studium animiert, umd den Arbeitsmarkt zu entlasten, viele studieren sich in die Arbeitslosigkeit. Ein Überangebot besteht bei Psychologen, Theaterwissenschaften, Betriebsberatern, Finanzdienstleistern, Medienwissenschaft und Anderen.

  2. georg sagt:

    Das Problem kann, wie oftmals zuvor, gelöst werden indem man die Parole ausgibt: Gemessen an der EU Statistik sind wir immer noch die besten im europäischen Raum. Jahrelang hat man uns diese Aussage präsentiert und hat dem Volk vorgegaukelt das alles in Ordnung und Rechtens läuft. Was will man uns nun seitens der österreichischen zwiespältigen Hader Politik auftischen. Es sind keine Ansätze zur Lösung vorhanden und es wird schlimmer werden. Gesundbeten hilft nicht.