Preisrutsch: Deutsche Autohändler in China durch Börsen-Crash unter Druck

In China berichten Autohändler von einer sinkenden Nachfrage nach deutschen Oberklassemarken. Schuld seien der Börsen-Crash und die Konjunkturabkühlung.

In China berichten Autohändler von einer sinkenden Nachfrage nach deutschen Oberklassemarken wegen des Börsen-Crashs und der Konjunkturabkühlung. In den vergangenen vier Wochen hätten 20 bis 30 Prozent weniger Kunden die Verkaufsräume von Mercedes-Benz aufgesucht als vor einem Jahr, sagte ein Manager einer größeren Händlergruppe. Ein Kollege, der BMW -Fahrzeuge verkauft, äußerte sich ähnlich. Die Geschäfte seien bereits in den vergangenen 18 Monaten schleppend gelaufen, doch inzwischen seien noch größere Kaufanreize erforderlich. „Wenn Leute jetzt in den Verkaufsraum kommen, denken sie nicht daran, ihre Portemonnaies zu öffnen, wenn die Preisnachlässe unter 15 Prozent liegen“, ergänzte er.

Die höheren Rabatte drohen bereits Spuren in den Bilanzen zu hinterlassen: Der chinesische BMW -Partner Brilliance warnte, der Gewinn des ersten Halbjahres werde um bis zu 40 Prozent schrumpfen, weil die Geschäfte des Joint-Ventures mit den Münchnern schlechter liefen. Die BMW-Aktien büßten daraufhin nahezu ihren gesamten Kursgewinn ein.

Als Grund für den Gewinnrückgang nannte Brilliance höhere Vertriebskosten angesichts der Konjunkturschwäche in China sowie Kosten im Zusammenhang mit neuen Modellen und Produktionsstätten. BMW erklärte, die aktuelle Geschäftsentwicklung in China stelle eine Herausforderung dar. Dennoch bleibe der Konzern zuversichtlich, da die mittel- bis langfristigen Wachstumsperspektiven attraktiv seien. Brilliance ist zur Hälfte an dem Joint-Venture mit BMW beteiligt und baut Autos für die weiß-blaue Marke. In China müssen ausländische Autohersteller mit einem einheimischen Konkurrenten kooperieren.

An Chinas Aktienmärkten sind die Kurse in den vergangenen Wochen dramatisch abgesackt. Dies trifft auch viele Verbraucher, die an der Börse spekuliert haben und nun weniger Geld für kostspielige Anschaffungen wie Autos zur Verfügung haben. Der chinesische Branchenverband schraubte zuletzt seine Absatzprognose für den weltgrößten Automarkt deutlich zurück.

Nach Erhebungen der Marktforscher von Jato Dynamics liegt die Preisempfehlung der Hersteller für einen Pkw im Schnitt bei umgerechnet etwa 41.000 Euro. Die tatsächlich gezahlten Preise seien seit 2012 kontinuierlich zurückgegangen und beliefen sich mittlerweile auf weniger als 25.000 Euro. Mehrere Autobauer wie Volkswagen und die Opel-Mutter General Motors (GM) haben bereits ihre Empfehlungen entsprechend angepasst.

Der BMW-Händler sagte, er versuche den Konzern davon zu überzeugen, die Verkaufsziele zu senken. Dann hätte er selbst weniger Druck, die Preise zu senken, um die Vorgaben zu erfüllen, erläuterte er.

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  1. Klarofix sagt:

    Der normale Chinese kann sich NEU ebenso wenig einen Daimler, BMW oder Aufi leisten, wie auch ein „normaler“ deutscher AN eigentlich nicht.
    Und jene, welche ihr Geld im Schlaf verdienen, wachen gerade böse auf..