Deutsche Bahn: Grube plant Teilprivatisierung

Bahn-Chef Grube will Teile des Staatsunternehmens an Konzerntöchter verkaufen. Die Bahn brauche dringend frisches Kapital. Noch im März hatte Grube eine Teilprivatisierung abgelehnt.

Bahn-Chef Rüdiger Grube plant einem Zeitungsbericht zufolge einen Verkauf von Anteilen an Konzerntöchtern, um an dringend benötigtes frisches Kapital zu kommen. Entsprechende Pläne gingen aus der neuen Konzernstruktur der Bahn hervor, die diese Woche in groben Umrissen an die Mitglieder des Aufsichtsrates verschickt worden seien, berichtete die „Welt“ am Freitag. Ein Konzernsprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die neue Struktur sieht vor, dass die Konzerntöchter Arriva, also das Auslandsgeschäft im Personenverkehr, sowie Schenker Logistics Finanzvorstand Richard Lutz unterstellt werden. „Man tut das, weil es für eine Privatisierung sinnvoll ist, wenn der Finanzvorstand für diese Gesellschaften die Verantwortung hat“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der „Welt“.

Noch im März hatte Grube betont, eine Teilprivatisierung des Staatskonzerns stehe momentan nicht zur Debatte. Dies gelte auch für eine Privatisierung des gesamten Unternehmens. Die Bahn ist zwar eine Aktiengesellschaft, aber vollständig im Besitz des Bundes, der jahrelang einen Börsengang vorangetrieben hatte. Dieses Vorhaben ist jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Kommentare

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  1. Senator sagt:

    Es wäre für Schenker wie eine Befreiung aus jahrelanger behördlicher Geiselhaft!

  2. doci sagt:

    Privatisieren ist so sinnlos wie der Kauf einer Melkmaschine, wenn die letzte Kuh dafür verkauft wird.
    wertlose Papierschnipsel sollen in werthaltige Invests getauscht werden – widerlich, unsere „Eliten“