Gründung: Bernd Lucke wird Vorsitzender der neuen Alfa-Partei

Der aus der AfD ausgetretene Ex-Vorsitzende Bernd Lucke versucht ein politisches Comeback mit einer neuen Partei. Lucke wurde bei der Gründung der Alfa-Partei als alleiniger Vorsitzender eingesetzt. Das Programm orientiert sich an das Gründungsprogramm der AfD.

Kurz nach seinem Austritt aus der AfD denkt Bernd Lucke nicht an einen Rückzug aus der Politik. Stattdessen gründete er am Sonntag mit rund 70 Mitglieder des von ihm initiierten Vereins „Weckruf 2015“ am Sonntag in Kassel die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Lucke wurde zum alleinigen Vorsitzenden gewählt, sagte der zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählte Bernd Kölmel Reuters.

Ein politischer Schwerpunkt von Alfa sei wie bei der AfD die Kritik am Euro-Rettungskurs der Bundesregierung. Zudem wolle Alfa die Bürgerrechte stärken und die Asylpolitik zu einem ihrer Schwerpunkte machen. Im September solle mit dem Aufbau von Landesverbänden begonnen werden. Nagelprobe für Alfa würden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im kommenden Frühjahr.

Lucke unterlag im AfD-Machtkampf vor zwei Wochen der Führungsfigur des nationalkonservativen Flügels Frauke Petry, die zur neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde. Lucke und sein wirtschaftsliberaler Flügel warfen ihren Kontrahenten unter anderem rechtspopulistische Tendenzen und einen ausländerfeindlichen Kurs vor.

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland wertete die neue Partei nicht als Konkurrenz für die AfD sondern für die FDP. Alfa habe kein Alleinstellungsmerkmal, erklärte Gauland und warf Lucke einen unklaren politischen Kurs vor.

In der Satzung heißt es:

Ziel der Partei ist die Bewahrung und Fortentwicklung der Bundesrepublik Deutschland als ein den Bürgern dienender, demokratischer, freiheitlicher und sozialer Rechtsstaat. Ziel der Partei ist die Stärkung der sozialen Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards durch Förderung von Leistung, Verantwortung und Schutz des Eigentums. Ziel der Partei ist die innere Vollendung der deutschen Einheit auf der Grundlage des 2+4-Vertrags und die friedliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit anderen Völkern. Die Partei anerkennt den 2+4-Vertrag als abschließenden Friedensvertrag für Deutschland. Ziel der Partei ist es ferner, die Bundesrepublik Deutschland als souveränen Staat in Europa, in der Europäischen Union, in der westlichen Verteidigungsgemeinschaft und in den Vereinten Nationen zu erhalten. Die Partei bejaht uneingeschränkt die freiheitlich – demokratische
Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, das Grundgesetz und die friedliche Einigung Europas als Folge der Römischen Verträge.

Kommentare

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  1. Cyberdom sagt:

    …was für ein Unsinn: Haben die den 2+4-Vertrag überhaupt schon einmal gelesen? Wie kann das einen Friedensvertrag darstellen?

  2. hope sagt:

    Ich finde den Namen der Partei geschickt gewählt. Und ich wünsche Bernd Lucke alles Gute, glaube aber nicht, daß er meine guten Wünsche braucht.
    Das „Fußvolk“ sollte sich doch mal Gedanken machen, wem die Häme nützt. Es wird ja geradezu so getan, als ob Bernd Lucke für die Verwerfungen in Europa verantwortlich ist? Plötzlich ziehen oben und unten an einem Strang. Wer reibt sich da wohl die Hände?

  3. Leit.t.laumann sagt:

    Und ich dachte zuerst, dass Alfa das Akronym für „Alternative für Alternative (für Deutschland)“ steht…:-D

  4. ralph hirnrabe sagt:

    Gegen den EURO – Fuer TTIP unter bestimmten Bedingungen (Henkel und Lucke haben entgegen allen anderen Parlamentarierern Einblick in die geheimen Dokumente) – USA sind unsere bedingungslosen Freunde

    Ausser von klaren menschlischen Aussagen zur Asylpolitik gibts wohl nix, was die Originale nicht auch haben. Ausser Konzenlenker braucht das Volk wohl diese Partei kaum. Denn fuer TTIP ist ja vieleicht noch der ungebildete Poebel, FDP Waehler und Teile von CDU und CSU Waehlern. Dem Rest der Bevoelkerung ist schon klar, dass Geheimvertraege, die nicht veraeffentlicht werden duerfen, kaum Vorteile fuer die Gesellschaft beinhalten.
    Und dann waere noch der Gedanke, Lucke konnte schon keine AfD fuehren. Soll es als allein bestimmende Diktator anders sein? Werden die Mitglieder die treue halten, die nicht an den EU oder Landesparlamenten Fleischtoepfen sitzen, sich dauerhaft ihre eigene Meinung verbieten lassen, so wie es die Satzung vorsieht?
    Wie glaubwuerdig ist heute noch Lucke, der sich mit den braunen Gesochs einliess um ins EU Parlament zu kommen und als es fuer ihn selbst brenzlig wurde, sich von seinen alten Freunden (Videos ueber Umarmungen sowie Aussagen gibts zu hauf) ploetzlich nichts mehr wissen wollte?

  5. Nomadd sagt:

    Der Lucke gibt nicht auf. Das finde ich gut :=)