EU: Kurzfristige EFSM-Hilfe für alle möglich

Künftig sollen auch andere notleidende Staaten Überbrückungshilfen vom EFSM erhalten können, sagt EU-Währungskommissar Moscovici. Erst vor ein paar Tagen hatte die Eurogruppe für Griechenland bis zum Start des neuen Bailout-Programms eine Überbrückung durch den EFSM gebilligt. Dafür soll die Verordnung des EFSM geändert werden.

Mit Blick auf die Nutzung des EFSM nimmt auch diesmal Griechenland eine Vorreiterrolle ein. Bis das dritte Bailout-Programm für Griechenland tatsächlich zum Tragen kommt, hatte Griechenland vergangene Woche als Überbrückungshilfe einen kurzfristigen Kredit in Höhe von 7,16 Milliarden Euro vom EFSM erhalten. In drei Monaten soll der Kredit abgelaufen sein. Alle 28 Mitgliedstaaten hatten der Freigabe des kurzfristigen Kredits zugestimmt.

2010 gegründet, wurde der EFSM Mitte 2013 durch den ESM ersetzt. „Der EFSM wird daher nur noch seine bereits zugesagten Finanzhilfen an die Programmländer ausreichen“, hieß es damals und schreibt es auch das deutsche Bundesfinanzministerium.

Das wird sich nun jedoch ändern. So soll die Überbrückungshilfe aus dem EFSM zukünftig auch anderen notleidenden Staaten zugutekommen, sagte EU-Währungskommissar Moscovici am Mittwoch. „Damit kann im Gegensatz zu dem, was 2010 gesagt wurde, der EFSM für alle genutzt werden“, zitiert ihn Die Presse.

Demnach sei ein Deal gefunden worden, wo es um die Sicherheiten der Nicht-Euro-Länder ginge. „ Es gibt kein Verlustrisiko für diese außerhalb der Eurozone befindlichen Staaten“, so Moscovici. Dafür soll nun die Verordnung des EFSM geändert werden. Bis wann dies alles umgesetzt und letztlich eingesetzt werden kann, wisse man jedoch noch nicht. Nichtsdestotrotz solle der EFSM dann mit einem „relativ einfachen Verfahren“ zur Verfügung stehen,

Der EFSM verfügt im Gegensatz zum EFSF nur über ein Kapital in Höhe von insgesamt 60 Milliarden Euro und ist ein Finanzinstrument, das zwischen allen EU-Staaten ausgehandelt wurde. Irland hatte im Rahmen seines damaligen Bailouts 22,5 Milliarden Euro über den EFSM erhalten. Der Rest kam über den EFSF, den IWF und bilaterale Hilfen. Portugal erhielt 26 Milliarden Euro.

Kommentare

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  1. Matthes sagt:

    Wer steckt dahinter?
    Diese fortlaufenden Versuche der EU, die Staaten mit immer mehr billigem Geld immer stärker in die Überschuldung zu treiben hat doch System! Den EU-Staaten nutzt sie nichts. Denn das sind die falschen Anreize die die EU da zu setzen versucht!

  2. Gerhard sagt:

    Jetzt müssen wir alle nur noch ganz fest an die Heilkraft der EFSM-Hilfe glauben, an das Gift der frommen Denkungsart. Zu den Risiken und Nebenwirkungen genügt ein Blick nach Griechenland. Dort erlebt man die medizinische Hilfe als eine Rosskur, von der im Grimmschen Wörterbuch steht: die Rosskur sei eine gewagte Kur mit ungeheuerlichen Mitteln.

    Mit dem Begriff „Schierlingsbecher“ wird hauptsächlich die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr. verbunden. Der Verurteilte leerte den Becher und führte damit selbst seinen Tod herbei.

    Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig!