Schweiz: Risiko der Arbeitslosigkeit für Männer gestiegen

Eine aktuelle Analyse der Konjunkturforschungsstelle zeigt, dass die Schweiz derzeit mit einer strukturellen Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Bestimmte Personengruppen wie etwa Maschinisten und Büroangestellte laufen zukünftig eher Gefahr, arbeitslos zu werden.

Im internationalen Vergleich fällt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz relativ gering aus. Dennoch ist auch sie in den vergangenen Jahren gestiegen. Auch die Quote der Langzeitarbeitslosen nahm zu. Doch bei der gestiegenen Arbeitslosigkeit handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um eine Entwicklung aufgrund konjunktureller Abschwächung. Vielmehr handele es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein strukturelles und nicht um ein konjunkturelles Phänomen“, wie die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich zeigt. Nach 2012 stieg die Arbeitslosenquote sogar an, obwohl gleichzeitig die Zahl der offenen Stellen zunahm, wie auch Daten der International Labour Organisation (ILO) verraten.

Auf dieser Grundlage hat sich die KOF damit beschäftigt, welche Personengruppen der Schweiz in den kommenden Jahren von Arbeitslosigkeit bedroht sein werden. Kurz: Vor allem Männer, mittelbezahlte Berufsgruppen, Jugendlich und Personen mit geringem Bildungsgrad laufen Gefahr, ihre Arbeit zu verlieren bzw. keine mehr zu finden. So ist beispielsweise die Jugendarbeitslosigkeit von weniger als fünf Prozent zwischen 1991 und 1993 auf mittlerweile sieben Prozent angestiegen.

„Obwohl Frauen auch heute noch ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko aufweisen als vergleichbare Männer, haben sie in den letzten 20 Jahren deutlich aufholen können“, so die Studie. Dies sei auch deshalb bemerkenswert, weil sich Frauen heutzutage deutlich häufiger aktiv am Arbeitsmarkt beteiligen, als dies noch in den 1990er Jahren der Fall war. Lediglich bei älteren Frauen ist das Risiko einer Arbeitslosigkeit gestiegen, was auch auf die Erhöhung des Frauenrentenalters zurückzuführen ist.

Die Studie kommt aber auch zu dem Schluss, dass insbesondere Büroangestellte, Maschinisten und Hilfskräfte einem zunehmenden Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt sind. „Bei den Büroangestellten und Maschinisten spiegelt sich dabei eine Entwicklung wider, die auch in anderen Volkswirtschaften beobachtet werden kann: Mittelbezahlte Jobs, wie es Büroangestellte und Maschinisten sind, gehen zunehmend verloren, während Jobs für sowohl hoch- als auch schlechtbezahlte Jobs geschaffen werden.“

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