Chinas Industrie schrumpft überraschend stark

Entgegen der Erwartungen Chinas Industrie im Juli sehr stark geschrumpft. Der Einkaufsmanager-Index rutschte auf 48,2 Punkte ab. Aufträge, Produktion und Beschäftigungszahlen gingen deutlich zurück. Die Eurozone konnte hingegen ihr Wachstum fortsetzen.

 

Chinas Industrie ist im Juli so stark geschrumpft wie seit 15 Monaten nicht mehr. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex lag den am Freitag veröffentlichten, vorläufigen Daten zufolge bei 48,2 Punkten, dem tiefsten Stand seit April 2014. Es ist zudem der fünfte Monat in Folge mit einem Wert unter der Marke von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. Von Reuters befragte Experten hatten einen Wert von 49,7 Punkten erwartet, was eine leichte Erholung zu den 49,4 Punkten im Juni gewesen wäre.

Das unerwartet schlechte Abschneiden des Index widerspricht anderen Konjunkturdaten, die jüngst auf eine Stabilisierung der zweitgrößten Volkswirtschaft hingedeutet hatten. Die Regierung in Peking hat das Wirtschaftswachstum im Zeitraum April bis Juni mit gleichbleibend sieben Prozent angegeben und damit etwas höher als von Analysten vorhergesagt.

Die neuen Daten dürften Spekulationen befeuern, dass sie Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur ergreifen wird. An Chinas Börsen war es in der ersten Monatshälfte zu einem Ausverkauf gekommen. Die Regierung hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Verkaufswelle zu stoppen. Der Einkaufsmanager-Index wurde in diesem Monat erstmals in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Medienkonzern Caixin veröffentlicht. Zuvor war die Großbank HSBC beteiligt.

Im Gegensatz dazu setzte sich das Wachstum in der Eurozone und in Japan fort. In Japan kletterte der Einkaufmanager-Index von 50,1 auf 51,4 Punkte, sowohl die neuen Aufträge als auch die Beschäftigung nahmen zu. In der Eurozone fiel der PMI zwar von 54,2 auf 53,7 Punkte, kann sich damit aber noch immer über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten halten. „Die Eurozone expandierte im Juli zwar mit leicht verringertem Tempo, die Wachstumsrate war jedoch erneut eine der höchsten der zurückliegenden vier Jahre“, so Markit. Deutschland verzeichnete eine abgeschwächte Wachstumsrate, Frankreich ein 3- Monatstief. „Die übrigen von der Umfrage erfassten Länder ließen mit einer (im Durchschnitt) nochmals beschleunigten Wachstumsrate Deutschland und Frankreich deutlicher hinter sich als zuletzt.“

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