Einzelhandel entgehen sieben Milliarden Euro

Der Verkauf im Internet und über mobile Endgeräte ist auch in diesem Jahr wieder auf Wachstumskurs. Viele Einzelhändler verfügen jedoch nicht über eine entsprechende mobile Seite ihrer Internetseite. Das treibt die Kunden zu anderen Plattformen und schmälert den potentiellen Umsatz dieser Einzelhändler.

Mit zunehmender Nutzung von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets steigen auch die Verkäufe, die über diese Geräte abgeschlossen werden. Allerdings hinken die deutschen Unternehmen in ihrem technischen Service deutlich hinterher. Wie eine aktuelle Umfrage von Deals.com in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research zeigt, fehlt es den Einzelhändler oft schon an einer mobilen Version ihrer Internetseite.

So gaben 66,6 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass lange Wartezeiten ein Hindernis beim mobilen Einkauf sind. Mehr als die Hälfte klagt außerdem über mangelndes Vertrauen gegenüber dem Händler oder dem Produkt. Weitere visuelle Probleme sind eine mangelnde Mobiloptimierung, zu geringe Möglichkeiten bei der Ansicht der Produkte oder auch ungewollte Pop-up Fenster, die sich ständig öffnen.

Allein im deutschen Einzelhandel werden in diesem Jahr vermutlich etwa 14 Milliarden Euro umgesetzt werden, „doch nur jede vierte deutsche Händler-Webseite ist bisher mobil-optimiert“, so das Centre for Retail Research. Sieben Milliarden Euro entgehen aber dem deutschen Einzelhandel aufgrund schlechter mobiler Angebote.

Wie viel Potential der Verkauf über mobile Endgerät mit sich bringt, zeigt eine Aufschlüsselung der Online-Umsätze. Während der PC noch 72,3 Prozent des Online-Umsatzes ausmacht, haben die mobilen Endgeräte aber schon einen Anteil von immerhin 27,7 Prozent in Deutschland erreicht. Das ist deutlich mehr als in Großbritannien, den USA, Kanada oder den Niederlanden. Der Umsatz unter den mobilen Endgeräten stieg zwischen 2014 und 2015 um 100,6 Prozent, der Umsatz am PC nur um 5,7 Prozent.

Die Kunden haben aber auch ganz konkrete Vorstellungen, was sie von einem „mobil-freundlichen“ Geschäft halten. 45,3 Prozent der Befragten Deutschen wünschen sich mobile oder App-basierte Treue und Bonusprogramme, 43,1 Prozent die Möglichkeit, zu schauen, ob ein Produkt noch verfügbar oder auch reservierbar ist.

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  1. Bernd364 sagt:

    Es kann nicht jeder Einzelhändler einen entsprechenden Internetauftritt hinlegen, zumal Verkauf per Internet auch ein entsprechendes Warenlager voraussetzt. Das kann man als kleines Geschäft nicht leisten. Irgendwann gibt es in den Innenstädten nur noch die großen Galerien und kleine Geschäfte wie Frisöre, Bäcker oder Versicherungen.