Technik und Cloud-Dienste steigern Amazons Umsatz

Das Cloud-Geschäft und die anziehende US-Konjunktur forcieren das Wachstum von Amazon. Der Internetkonzern steigerte im zweiten Quartal seinen Umsatz um fast ein Fünftel auf 23,2 Milliarden Dollar und verdiente zudem wieder Geld.

Amazon hat überraschend einen Gewinn vorgelegt und sein Geschäft mit zukunftsträchtigen Computerdiensten im Internet massiv ausbauen können. Kombiniert mit einem Ausblick für das laufende Quartal über den Expertenerwartungen ließen die Unternehmenszahlen in der Nacht zum Freitag die Aktie des Online-Händlers nachbörslich um 17 Prozent steigen. Damit hätte der US-Konzern einen höheren Börsenwert als der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart.

Zwar blieb der Gewinn im zweiten Quartal mit 92 Millionen Dollar um Größenordnungen kleiner als die 3,3 Milliarden, die Wal-Mart im Mai bekanntgegeben hatte. Auch der Internetkonzern Google erzielte einen Nettogewinn von fast vier Milliarden Dollar im jüngsten Berichtszeitraum. Allerdings hatten Experten bei Amazon mit einem Verlust von 14 Cent je Aktie gerechnet statt des nun erzielten Gewinns von 19 Cent. Der Umsatz lag um fast ein Fünftel höher bei 23,2 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Prognose von 22,4 Milliarden.

Ein wichtiger Teil des Wachstums kam dabei aus Nordamerika, dem größten Einzelmarkt. Die starke Nachfrage nach Elektronik und anderen Gütern spülte Amazon dort ein Viertel mehr Geld in die Kassen. „Es sieht so aus, als ob sie jede Messlatte beim Umsatz übersprungen haben“, sagte Colin Sebastian von Robert W. Baird. „Das, zusammen mit dem überraschenden Gewinn, ist das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.“ Für das laufende dritte Quartal erwartet Amazon ein um bis zu 24 Prozent höheren Nettoumsatz von 23,3 Milliarden bis 25,5 Milliarden Dollar, während von Reuters befragte Experten im Schnitt mit 23,9 Milliarden Dollar rechnen.

Besondere Aufmerksamkeit erregte das Geschäft mit Cloud Computing, bei dem Amazon Speicher- und Rechendienste über das Internet bereitstellt. Der Umsatz der Sparte Amazon Web Services (AWS) sprang um 81,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar und macht damit inzwischen fast acht Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Unternehmen hatte zuerst im April finanzielle Einzelheiten zum Cloud-Geschäft veröffentlicht und auch damals ein rasantes Wachstum vorgelegt. Kleine Start-Up-Unternehmen, aber auch bekannte Internet-Konzerne wie Netflix greifen dabei lieber auf gemietete Rechnerkapazität zurück statt selbst Datenzentren zu betreiben. Amazon konkurriert hier unter anderem mit SAP, Microsoft und IBM.

 

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