Geschäftsklima: Deutsche Unternehmer optimistischer

Das ifo-Barometer für das Geschäftsklima stieg im Juli um 0,5 auf 108,0 Punkte. Nach zwei Rückgängen in Folge waren Experten von einem weiteren Absinken des Konjunktur-Indikators ausgegangen. „Die vorläufige Entspannung bei der Griechenland-Frage trägt zur Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft bei“, so Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die vorläufige Einigung der Gläubiger im Schuldenstreit mit Griechenland sorgt für bessere Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im Juli um 0,5 auf 108,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen wurden von dem Stimmungsumschwung überrascht. Sie hatten nach zwei Rückgängen in Folge mit einem weiteren Absinken des wichtigen Konjunktur-Frühindikators gerechnet. „Die vorläufige Entspannung bei der Griechenland-Frage trägt zur Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft bei“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Euro legte nach Veröffentlichung der Daten um 1,2 Prozent auf über 1,11 Dollar zu – das höchste Niveau seit zwei Wochen. Mitte Juli hatten sich die internationalen Geldgeber mit dem von der Pleite bedrohten Griechenland auf einen neuen Rettungsplan geeinigt. Damit schwebt nicht mehr das Damoklesschwert eines Euro-Austritts über dem Währungsraum. Dies sorgte für Erleichterung unter den Managern: Die Befragten beurteilten sowohl die Lage als auch die Geschäftsaussichten besser als im Vormonat. In der Industrie und im Großhandel verbesserte sich die Laune der Manager.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex gestiegen. Die Industrieunternehmen blicken deutlich optimistischer auf den kommenden Geschäftsverlauf. Ihre sehr guten Urteile zur aktuellen Geschäftslage gaben hingegen leicht nach. Die Kapazitätsauslastung ist minimal um 0,1 Prozentpunkte auf 84,2 Prozent gefallen.

Im Großhandel ist der Index deutlich gestiegen. Die Einschätzungen zur Geschäftslage verbesserten sich auf den höchsten Stand seit Februar 2012. Auch die Erwartungen hellten sich auf. Im Einzelhandel gab der Klimaindikator erneut nach. Dies war auf merklich zurückhaltendere Geschäftsaussichten zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde von den Einzelhändlern hingegen wieder etwas besser beurteilt.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima nach drei Anstiegen in Folge verschlechtert. Während die Einschätzungen zur aktuellen Lage etwas nachgaben, hellten sich die Erwartungen erneut auf.

Als zusätzlicher Stimmungsaufheller diente die jüngste Einigung der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands im Atomstreit mit dem Iran, wie Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zu Reuters sagte. Der Deal wirke sich insbesondere positiv auf die Erwartungen der chemischen und der Mineralöl-Industrie aus.

Laut Wohlrabe hilft auch die gute Binnenkonjunktur der deutschen Wirtschaft. Große Impulse vom Export seien jedoch nicht mehr zu erwarten. Trotz der Griechenland-Krise und der Flaute in großen Schwellenländern hatten die deutschen Exporteure zuletzt ihre Ausfuhren den vierten Monat in Folge gesteigert.

Kommentare

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  1. hope sagt:

    Das ist ja schon spannend, was hier zu Lande so alles die Stimmung aufhellt? Der Horizont reicht gerade noch bis zum Sonnenuntergang.
    Wen es heute nicht erwischt hat, den erwischt es morgen.