Übernahme: Tank & Rast geht an Allianz-Konsortium

Ein Konsortium um die Allianz hat die Tank & Rast AG gekauft. Die Allianz Capital Partners und drei Co-Investoren zahlten rund 3,5 Milliarden Euro. Zu dem früheren Staatsbetrieb gehören 350 Tankstellen, 390 Raststätten und 50 Hotels.

Die meisten Tankstellen, Raststätten und Hotels an den deutschen Autobahnen gehören künftig einem Konsortium um die Allianz. Der Münchener Versicherungsriese und seine drei Co-Investoren haben den Zuschlag für die Tank & Rast AG bekommen, wie Allianz Capital Partners am Montag bestätigte. Die neuen Eigentümer zahlen rund 3,5 Milliarden Euro für den früheren Staatsbetrieb, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Zu der Bietergruppe gehören neben ACP die Münchener-Rück -Tochter MEAG, der Staatsfonds von Abu Dhabi, ADIA, und der Infrastruktur-Fonds Borealis, hinter dem der kanadische Pensionsfonds OMERS steckt. Der vor 17 Jahren privatisierten Tank & Rast gehören 350 Tankstellen, 390 Raststätten und 50 Hotels an deutschen Autobahnen.

Versicherer und Pensionsfonds suchen derzeit händeringend nach langfristigen Investments mit planbaren Renditen, die mehr abwerfen als Staatsanleihen westlicher Staaten. „Als Marktführer in Deutschland ist Tank & Rast ein attraktives Investment für uns alle“, erklärte ein Sprecher des Konsortiums. Finanzkreisen zufolge soll die Übernahme mit Krediten über 1,45 Milliarden Euro finanziert werden.

Insgesamt hatten Finanzkreisen zufolge vier Bieter um Tank & Rast gebuhlt. Der chinesische Staatsfonds CIC habe ähnlich viel geboten wie das Allianz-Konsortium, sagte ein Insider. Auch der australische Infrastruktur-Investor Macquarie und der italienische Autobahn-Konzessionär Atlantia hatten den Hut in den Ring geworfen.

Für Allianz Capital Partners (ACP) bedeutet die Übernahme ein Wiedersehen mit Tank & Rast. ACP war bereits von 1998 bis 2004 an dem damals frisch privatisierten Unternehmen beteiligt. Verkehrsminister Franz Müntefering hatte damals 600 Millionen Euro für Tank & Rast bekommen, sechs Jahre später zahlte der Finanzinvestor Terra Firma schon 1,1 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank stieg 2007 über ihren Infrastruktur-Fonds mit 50 Prozent ein – für 1,2 Milliarden Euro. Der bei ACP für Infrastruktur-Investitionen zuständige Manager Christian Fingerle versprach, den Wachstumskurs von Tank & Rast finanziell zu unterstützen.

„Tank & Rast hat unter der Eigentümerschaft von Terra Firma große Fortschritte gemacht“, sagte Vorstandschef Karl-H. Rolfes. Terra Firma hatte Tank & Rast kräftig umgebaut. Insgesamt sei mehr als eine Milliarde Euro in die Raststätten gesteckt worden, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. „Wir werden weiter in neue und bestehende Standorte investieren“, kündigte Rolfes an. Tank & Rast will künftig auch Autohöfe betreiben, die nicht direkt an den Autobahnen, sondern an den Ausfahrten liegen und den Raststätten Konkurrenz machen. 2014 warf Tank & Rast einen operativen Gewinn (Ebitda) von 236 Millionen Euro ab. Die Zusammenarbeit mit McDonald’s soll ausgebaut werden. Die Fast-Food-Kette will an den Raststätten künftig bis zu 100 Filialen betreiben.

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