Umweltamt fordert strenge CO2-Grenzwerte für Lkw

Das Umweltbundesamt fordert, die Klimaschutz-Auflagen für Lkw zu verstärken. Der Verkehrssektor habe demnach seine Emissionen seit 1990 als einziger Bereich nicht gemindert sondern sogar gesteigert. Auch für Lkw sollen daher künftig CO2-Grenzwerte gelten.

Das Umweltbundesamt verlangt schärfere Auflagen für Autos und Lastwagen zum Schutz des Klimas. „Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, der seine Emissionen seit 1990 nicht mindern konnte“, kritisierte die Chefin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, am Dienstag in Berlin. Anders als im Energie- oder Industriebereich sei der Ausstoß von Klimagasen hier sogar noch gestiegen. Es würden immer mehr Güter über die Straße transportiert, und der Trend gehe zudem zu mehr PS, so dass die sparsameren Motoren wenig nützten. „Im Verkehrssektor muss daher dringend mehr passieren“, appellierte Krautzberger auch an Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Ähnlich wie bei Autos müssten auch für Lkw CO2-Grenzwerte ins Auge gefasst werden, sagte sie bei der Vorstellung der „Daten zur Umwelt 2015“.

Der Verkehr verursacht in Deutschland rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen. Größter Produzent von Klimagasen sind nach wie vor die Kraftwerke mit 39 Prozent. Deutschland hat Schwierigkeiten, sein Klimaziel für 2020 zu erreichen. Bis dann soll der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 sinken. Mit einem von der Regierung 2014 beschlossenem Aktionsprogramm soll auch der Verkehrssektor zusätzliche Einsparungen schaffen.

Der Auto- und vor allem der Lkw-Verkehr hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Versuche, den Anteil des Schienengüterverkehrs zu steigern, hatten nur beschränkt Erfolg. Die Schiene hat im Güterverkehr einen Anteil von gut 17 Prozent, die Straße von über 70 Prozent. Die vergleichsweise niedrigen Ölpreise haben den Straßenverkehr zudem weiter bevorteilt.

Krautzberger schlug vor, den Flottenverbrauch der Auto-Hersteller bis 2025 auf 70 bis 80 Gramm CO2 pro Kilometer zu beschränken. Vereinbart sind in der EU 95 Gramm ab 2022. Zudem plädierte die Präsidentin der Behörde für eine Lkw-Maut auch für 3,5-Tonner. Die Bundesregierung will ab Oktober die Maut auf 7,5-Tonner von derzeit 12-Tonner ausdehnen.

Die Linke mahnte schnelles Handeln an. Ohne ein Umsteuern auch im Verkehrsbereich werde Deutschland sein Klimaziel klar verfehlen, sagte Klima-Expertin Eva Bulling-Schröter. „Hier ist die große Koalition in der Pflicht, ganz besonders jedoch Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU.“

Dessen Ministerium verwies unter anderem auf die Anstrengungen, die Elektro-Mobilität zu fördern. Zudem werde man mit den verstärkten Investitionen in den Verkehrssektor auch die Hinterland-Anbindung der Seehäfen über die Schiene deutlich verbessern.

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