Bilfinger verkauft Wassertechnologie-Sparte

Bilfinger sucht nach Käufern für den Geschäftsbereich Wassertechnologie, so Insider. Bilfinger Water Technologies könne demnach bei einem Verkauf bis zu 240 Millionen Euro einbringen. Der Bau- und Dienstleistungskonzern hatte sich auf Kraftwerke spezialisiert und steckt durch die Energiewende und den Ölpreisrückgang in der Krise.

Der angeschlagene Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger wird sich neben dem Kraftwerksgeschäft nach Informationen von Insidern auch vom Geschäftsbereich Wassertechnologie trennen. Vorstandschef Per Utnegaard habe die Investmentbank Lazard mit der Käufersuche beauftragt, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Informationen dazu seien an Interessenten, unter ihnen auch Finanzinvestoren, schon geschickt worden. Bilfinger Water Technologies habe vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 30 Millionen Euro verdient. Der Kaufpreis könne das achtfache davon betragen, also 240 Millionen Euro, sagte einer der Insider. Von Bilfinger war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, Lazard wollte sich nicht zu den Informationen äußern.

Bilfinger steckt in der Krise, da das Geschäft mit Technikdienstleistungen für Kraftwerke und zum Teil auch für die Industrie durch die Energiewende und den Ölpreisrückgang eingebrochen ist. Der Norweger Utnegaard, erst seit Juni auf Bestreben des Bilfinger-Großaktionärs Cevian an der Spitze des Mannheimer Konzerns, hatte kurz nach seinem Antritt den Verkauf der kriselnden Power-Sparte angekündigt. Mit dem Verkauf des Kraftwerksgeschäfts, bei dem Rohrleitungen gebaut und Anlagen konstruiert und gewartet werden, hat Bilfinger die Deutsche Bank beauftragt. Banker schätzern den Preis von Power auf 750 Millionen bis eine Milliarde Euro.

Die Wassertechnologie firmierte früher unter dem Namen Passavant-Geiger. Sie wurde durch den Zukauf von Diemme aus Italien 2011 und des US-Spezialfilterherstellers Johnson Screens 2013 vergrößert. Den Firmenwert der weltweit tätigen Division, die ihre Zentrale im hessischen Aarbergen hat, bezifferte Bilfinger für das vergangene Jahr auf 107 Millionen Euro.

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  1. Werner Neumann sagt:

    Es ist schon erschreckend wie hier vorgegangen wird. Langfristige Endscheidungen haben eine Halbwertzeit bis zum Senken der Arme bei den Abstimmungen. Und dann ab in die Büsche bis zur nächsten Abstimmung .Hoffentlich triffst mich nicht.

    Solange wie hier mit Spielgeld gezockt wird tun mir meine ehemaligen Kollegen nur leid. Das schlimme an all den ( Fehl ) Endscheidungen ist nur das hier mit Arbeitsplätzen auf eine äußerst unfaire Art und Weise gespielt wird.

    Was ist aus Bilfinger geworden, solange man das mit globalen Anforderungen kaschieren kann können die Endscheider gut schlafen..

    In der Hoffnung auf bessere Zeiten für das Unternehmen und deren Mitarbeiter ein ehemaliger Mitarbeiter.