Erneut Rekord-Überschuss in deutscher Leistungbilanz

Der deutsche Handelsbilanz-Überschuss erreicht ein neues Rekordniveau. Wegen niedriger Rohstoff-Preise rechne man mit einem Überschuss in der Leistungsbilanz von 8,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Übergewicht der Exporte gegenüber den Importen wird nicht nur von der EU-Kommission als Gefahr für die Stabilität kritisiert.

Deutschlands Überschuss im Handels- und Dienstleistungsverkehr mit dem Ausland wird nach einem Magazinbericht dieses Jahr auf ein neues Rekordniveau ansteigen. Das Bundesfinanzministerium rechne mit einem Überschuss in der Leistungsbilanz von 8,1 Prozent der Wirtschaftsleistung nach 7,6 Prozent im Vorjahr, berichtete der Spiegel. Der neue Spitzenwert sei vor allem durch die niedrigen Preise bei den wichtigen Import-Rohstoffen Öl und Gas bedingt. Allein dieser Effekt habe das Leistungsbilanzplus um 1,2 Prozent nach oben getrieben, argumentiere das Ministerium. Ohne den Gas- und Ölpreisverfall wäre der Überschuss folglich gesunken.

An den hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüssen gibt es seit Jahren international heftige Kritik, unter anderem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und Ländern wie den USA. Dieses große Übergewicht der Waren- und Dienstleistungsexporte gegenüber den Importen wird von Kritikern als Beitrag zu den wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Welt gesehen. In Europa betrachtet die EU-Kommission Überschüsse von dauerhaft mehr als sechs Prozent der Wirtschaftsleistung als gefährlich für die Stabilität. Die Brüsseler Behörde hat Deutschland deshalb schon mehrfach gerügt und zu mehr Investitionen aufgefordert, um damit auch die Importe anzuregen.

Die Leistungsbilanz umfasst im Wesentlichen den Austausch im Waren und Dienstleistungen sowie laufende Übertragungen zwischen den Ländern, etwa Überweisungen von ausländischen Arbeitnehmern in ihre Heimat.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    RIESEN SAUEREI! Die kleine, couragierte Gewerkschaft der Lokführer legte den Finger auf den wunden Punkt: die Löhne sind zu niedrig – 1-Euro-Jobber, Zeit- und Praktikumsverträge, Niedriglöhner – all diese Ausgebeuteten zahlen diesen Exportwahn, siehe „HEINER FLASSBECK IM INTERVIEW – Deutschland drückt die anderen an die Wand“: http://www.handelsblatt.com/politik/international/heiner-flassbeck-im-interview-die-loehne-muessen-steigen/8270040-2.html
    UND WOMIT BEZAHLEN die Importländer wenn sie ohnehin verschuldet sind? Mit neuen Schulden. Und wer bezahlt irgendwann diese Schulden? Der deutsche Steuerzahler mit seinen Mini-Löhnen.