Bundesbank-Ökonom: Inflation wegen Ölpreis etwas niedriger

Der jüngste Ölpreisrutsch hat nach Einschätzung von Bundesbank-Chefvolkswirt Jens Ulbrich die Teuerung in der Euro-Zone leicht gebremst. Die jüngste Vorhersage der EZB sei damit nicht mehr ganz aktuell. Der Preis für die Öl-Nordseesorte Brent war kürzlich zeitweise unter die Marke von 50 Dollar je Barrel gerutscht.

„Der Inflationsverlauf liegt geringfügig niedriger, als wir es in der Juni-Prognose erwartet haben“, sagte Ulbrich Reuters-Interview. In ihrem Ausblick ging die EZB von einem Anstieg der Verbraucherpreise von 0,3 Prozent in diesem Jahr aus. Für 2016 werden demnach 1,5 Prozent und für 2017 dann 1,8 Prozent prognostiziert. Der Bundesbanker betonte allerdings, dass der Ölpreisrückgang keine Änderung am massiven Anleihen-Kaufprogramm der EZB erforderlich mache. Denn in der Kernrate (ohne Energiekosten) zeige die Teuerung immer noch nach oben.

Der Preis für die Öl-Nordseesorte Brent war kürzlich zeitweise unter die Marke von 50 Dollar je Barrel gerutscht. Anfang März 2012 hatte das Fass noch fast 130 Dollar gekostet.

Die EZB und die nationalen Notenbanken haben im März ihr über eine Billion Euro schweres Programm zum Kauf von Staatsbonds gestartet, das im Fachjargon mit QE abgekürzt wird. So soll die Konjunktur angeschoben und die zuletzt sehr niedrige Inflation in der Euro-Zone nach oben getrieben werden. Sie lag im Juni lediglich bei 0,2 Prozent. Die EZB strebt aber mittelfristig eine Rate von knapp unter zwei Prozent an. „Wir glauben, dass QE weiter die Inflation nach oben drücken wird“, sagte Ulbrich. Der genaue Effekt sei aber schwierig zu bestimmen.

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