Aufsichtsrat segnet Konzernumbau von RWE ab

Der gebeutelte RWE-Konzern soll verschlankt werden. Geplant sind die Zusammenlegung von Konzern-Töchtern und beispielsweise auch der Wegfall von Vorstands- und Aufsichtsgremien. Die verschiedenen Standorte sollen erhalten bleiben.

„Bereits im März haben wir angekündigt, die komplizierten Konzernstrukturen in Deutschland zu durchforsten und einen Plan für eine effizientere Aufstellung zu entwickeln“, sagte RWE Ceo, Peter Terium, am Montag. „Für dieses Vorhaben hat uns der Aufsichtsrat heute in seiner außerordentlichen Sitzung grünes Licht gegeben.“ Diese Veränderungen seien weitere Meilensteine auf dem Weg, RWE fit für die neue Energiewelt zu machen und eine RWE zu werden.

Zu dem geplanten Konzernumbau zählt unter anderem die Zusammenlegung von Gesellschaften. „In der neuen RWE AG wird vor allem das Vertriebs- und Netzgeschäft mit seinen Mitarbeitern zusammengeführt, ebenso die Servicegesellschaften.“ Die Mitarbeiter der RWE Vertrieb AG und RWE Deutschland AG werden in die RWE AG wechseln. Die Westnetz GmbH bleibt eine eigenständige Gesellschaft, weil der Gesetzgeber die Entflechtung von Produktion, Vertrieb und Netzen vorschreibt (Unbundling). „Gesellschaften wie die RWE Group Business Services GmbH, RWE IT GmbH und RWE Effizienz GmbH werden in die RWE AG integriert.“

Zugleich soll der bisher vierköpfige Vorstand auf sieben erweitert werden. Die Stromnetze, das Vertriebsgeschäft, die Ökostromsparte und die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke erhalten eigene Vertreter im Vorstand. „Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere RWE aus heutiger Sicht entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgestellt bleiben sollte – was wir auch mit der neuen Aufstellung des Vorstands deutlich machen“, so Terium. „Wir sind eine RWE und wollen es bleiben. Aber ohne Veränderungen können wir den Konzern nicht wetterfest machen für die Zukunft. Jetzt rücken wir alle noch enger zusammen.“

Das traditionelle Kraftwerksgeschäft wird nicht wie bei E.ON in einen neuen Konzern abgespalten. Es bleibt aber im Gegensatz zu vielen bisherigen Töchtern eine rechtlich eigenständige Gesellschaft. Dies dürfte Spekulationen anfeuern, dass auch RWE die renditeschwachen Kraftwerke später abspalten könnte. Terium hatte dies nicht ausgeschlossen, sollten sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtern.

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