Google plant umfangreichen Konzern-Umbau

Bereits zum Ende des Jahres soll der Konzernumbau von statten gegangenen sein. Geplant ist unter anderem, dass das neue Alphabet Google als börsennotierte Gesellschaft ablöst. Google-Chef Larry Page werde dann Chef von Alphabet und Google das größte Tochterunternehmen sein.

Aus Google wird Alphabet: Der US-Internetkonzern kündigte überraschend einen umfangreichen Umbau an, um einzelnen Sparten eine größere Unabhängigkeit zu geben. Die neue Gesellschaft werde als Holding organisiert, erklärte Google-Chef Larry Page am Montagabend im Google-Blog. Die Web-Aktivitäten würden von den sonstigen Geschäften getrennt. Dabei werde ein „etwas schlankeres“ Google das größte Tochterunternehmen sein. Er selbst werde der Chef von Alphabet, Unternehmens-Präsident werde der Mitbegründer von Google, Sergey Brin.

Die neue Sparte Google wird Sundar Pichai übernehmen, der bislang unter anderem für Apps zuständig ist. Alphabet soll Google als börsennotierte Gesellschaft ablösen, alle Google-Aktien werden in die gleiche Zahl von Alphabet-Anteilsscheinen mit denselben Rechten umgewandelt. Als Finanzchefin von Alphabet und Google werde Ruth Porat weiter agieren, die erst im März von der US-Bank Morgan Stanley zu dem Suchmaschinenbetreiber gekommen war, teilte Google-Gründer Page mit. Im nachbörslichen Handel kletterten die Dividendenpapiere von Google rund sieben Prozent in die Höhe.

Unter Alphabet sollen neben Google unter anderem auch das Forschungslabor X, die Gesundheitssparte Life Sciences und die auf die Erforschung der Langlebigkeit ausgerichtete Abteilung Calico gefasst werden. Der Name sei wegen seiner Bedeutung als „eine Sammlung von Buchstaben, die die Sprache ausmachen“, gewählt worden, „eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit“ und zudem der Kern der Schlagwort-Erstellung bei Googles Suchmaschine. Page wies außerdem darauf hin, dass „alpha-bet“ im Englischen auch „Wette auf Alpha“ bedeuten könnte, ein Maß für eine Rendite, die höher ausfällt als ein Vergleichswert. „Danach streben wir!“, schrieb er in einem Blogeintrag mit dem Titel „G is for Google“. Der Umbau soll im Laufe des Jahres vollzogen werden. Die Aktien sollen weiter unter GOOGL und GOOG an der Nasdaq gehandelt werden.

Google war zuletzt dank eines florierenden Anzeigengeschäfts rasant gewachsen. Der 1998 gegründete Internetgigant wies für das zweite Geschäftsquartal ein überraschend kräftiges Umsatzplus von elf Prozent auf 17,73 Milliarden Dollar aus. Der Nettogewinn stieg sogar um 17 Prozent auf 3,93 Milliarden Dollar.

Google ist schon lange mehr als eine Internet-Suchmaschine. Der Konzern aus dem Silicon Valley stellt mit der Nexus-Reihe Tablets her, hat das weit verbreitete Android-Betriebssystem für mobile Geräte herausgebracht und bietet mit Wallet ein Online-Bezahlsystem an. Zusammen mit anderen Partnern arbeitet Google an einem selbstfahrenden Auto, und es laufen Projekte mit Heißluftballons, die an entlegenen Orten der Erde für einen Internetzugang sorgen sollen.

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