Russland-Krise macht Hamburger Hafenkonzern HHLA zu schaffen

Der Containerumschlag des Hamburger Hafenkonzerns HHLA ist gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen. Die Auswirkungen der Ukraine-Krise und der Russland-Sanktionen konnten noch nicht abgefedert werden.

Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA kämpft weiter mit den Folgen der Russland-Krise. Der Containerumschlag sank im Halbjahr zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 3,4 Millionen Container, wie der Eurogate -Konkurrent am Donnerstag mitteilte. Dies sei vor allem auf den rückläufigen Zubringerverkehr mit den Ostseehäfen zurückzuführen. Allein der Russland-Verkehr sei um fast 40 Prozent eingebrochen. In der Folge gaben auch der Umsatz der Sparte um sechs Prozent und das operative Ergebnis um satte 27 Prozent nach.

„Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft verliert an Dynamik, Russland und die Ukraine verharren in einer Wirtschaftskrise“, sagte der HHLA-Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Peters. Zwar stimme das Betriebsergebnis noch, „wir nehmen aber auch zur Kenntnis, dass die Dynamik unseres Wachstums unter diesen Konditionen nicht mehr das Niveau der Jahre bis 2008 erreichen kann“. Deshalb arbeite man weiter an der Optimierung unserer Anlagen, Prozesse und Strukturen, um künftig noch schneller und flexibler auf sich verändernde Marktanforderungen reagieren zu können

Dank eines besseren Transportgeschäfts zu Bahn und Straße, das auch von Preissteigerungen und durchschnittlich längeren Transportwegen angeheizt wurde, erhöhte HHLA aber insgesamt das Betriebsergebnis um 1,5 Prozent auf 82,6 Millionen Euro. Der Umsatz im Konzern sank hingegen um 1,8 Prozent auf 585 Millionen Euro.

Auch im Gesamtjahr rechnet HHLA nun mit einem leichten Umsatzrückgang. Zuletzt hatte der Vorstand noch eine leichte Steigerung des Erlöses in Aussicht gestellt. Den Betriebsgewinn peilen die Hanseaten weiter auf Vorjahreshöhe an. Dabei verlässt sich die Firma auf ein starkes Transportgeschäft mit Zügen und Lastwagen, das beim Ergebnis nun „stark“ statt bislang „deutlich“ zulegen soll. Beim Containerumschlag rechnet HHLA weiter mit einem moderaten Rückgang, das Ergebnis der Sparte wird niedriger bei 125 bis 135 (Vorjahr: 156,1) Millionen Euro erwartet. Die im SDax gelisteten Titel verloren gegen den freundlichen Trend zeitweise mehr als zwei Prozent.

 

 

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