Neue Konkurrenz: Deutsche Post will Präsenz in Österreich ausbauen

Mit einem dreistelligen Millionenbetrag will die Deutsche Post dem österreichischen Konkurrenten auf die Pelle rücken. Der deutsche Markt ist hart umkämpft und so expandiert die Deutsche Post zum Leidwesen Österreichischen Post AG. Letztere nimmt die Entwicklung ernst, schließt aber selbst Expansionen in andere Länder nicht aus.

E-Mails, Faxgeräte, Drohnen – die Konkurrenz für die Österreichische Post Aktiengesellschaft wird von Jahr zu Jahr größer. Nun will auch die Deutsche Post sich auf dem schon engen Markt in Österreich etablieren. Bis 2016 soll ein eigenes Paketnetzwerk in Österreich aufgebaut werden. Für die Österreichische Post ist diese Ankündigung keine Überraschung. Man habe bereits in den vergangenen Wochen und Monaten feststellen können, dass die Deutsche Post aktiv ist, sagte Michael Homola von der Österreichischen Post den Deutschen Mittelstands Nachrichten. „Aber natürlich nehmen wir das sehr ernst, die Deutsche Post ist nicht irgendwer.“

„Als erster Dienstleister wird DHL sowohl die Infrastruktur als auch die Services exakt auf die Bedürfnisse des Online-Handels zuschneiden“, so die Deutsche Post. Nach den Benelux-Ländern, Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei solle „der im letzten Jahr ins Leben gerufene europäische Paketbereich von Deutsche Post DHL Group mit Österreich ein weiteres Land mit großem E-Commerce-Potenzial.ein weiteres Land mit großem E-Commerce-Potenzial“ erschließen.

Es gehe um speziell auf den Online-Handel ausgerichtete Dienstleistungen. „DHL Paket setzt im hart umkämpften deutschen Markt mit höchster Qualität, einzigartiger Kundenorientierung und erstklassigem Service Maßstäbe“, so Jürgen Gerdes von der Deutschen Post. „Das werden wir bald auch Österreichs Wirtschaft und Verbrauchern anbieten können.“

Die von der Deutschen Post angegebene Investitionssumme, ein „dreistelliger Millionenbetrag“, ist Homola zufolge jedoch nicht aussagekräftig. So investiere beispielsweise die Österreichische Post schon jetzt jedes Jahr um die 100 Millionen Euro. Auch hierbei spiele die Hinwendung zum Paketservice eine große Rolle. Während das Geschäft mit Briefen und Werbesendungen zurückgeht, wächst das Paketgeschäft. Deshalb will die Deutsche Post auch genau hier mit der DHL einsteigen.

Während beispielsweise der Umsatz im  Briefgeschäft der Österreichischen Post im ersten Halbjahr dieses Jahres um 0,4 Prozent zurückging, wuchs der Umsatz im Paketbereich um 2,4 Prozent. „Der Zukunftsmarkt ist der Paketsektor“, sagt Homola den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Der zunehmende Onlinehandel ist hier ausschlaggebend. Deswegen investiere man unter anderem in Maschinen, die Pakete besser sortieren, in neue Paket-Service-Stationen und Empfangsboxen etc. Allein bis Ende des Jahres soll die Zahl der Empfangsboxen von 9.000 auf 11.000 erhöht werden.

Ganz so einfach wird es für die Post jedoch nicht. Den zumindest im Privatkundengeschäft (B2C) verfügt die Österreichische Post übe reinen Anteil von 77 Prozent. 13 Prozent entfallen Homola zufolge auf die DPD und sieben Prozent auf die GLS. Den Rest teilen sich andere Anbieter. Hier will die DHL rein. Im Geschäftskundenbereich (B2B) ist die HL bereits aktiv, mit einem Anteil von sechs Prozent. Am internationalen Paketmarkt konnte die Österreichische Post Anfang des Jahres einen Anteil von 9,9 Prozent vorweisen.

Doch die Deutsche Post ist mit ihren Expansionsplänen nicht allein. Auch die österreichische Post ist bereits im Ausland aktiv: in 12 Ländern. Neben osteuropäischen Ländern wie Bosnien Herzegowina und die Slowakei zähen auch die Türkei und Deutschland dazu. In der Slowakei sind nach einem Verkauf der Kolos s. r. o., die Briefe und Werbetitel zustellte, Anfang August noch zwei Tochterunternehmen im Paketbereich tätig. „Es ist möglich, dass wir auch noch in andere Länder expandieren oder  uns an einer Firma beteiligen, sagte Homola. Eins sei aber entscheidend: „Die Zukunftsstrategie liege dabei ganz klar am wachsenden Paketmarkt.“

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