Schwacher Euro beschert Zulieferer Schaeffler großes Umsatzplus

Der Industrie- und Autozulieferer Schäeffler konnte im ersten Halbjahr dieses Jahres seinen Umsatz um 12,4 Prozent steigern. Größtenteils war der schwache Euro für das gute Ergebnis verantwortlich. Vor allem China trug zum guten Ergebnis bei.

„Wir haben im ersten Halbjahr 2015 unseren profitablen Wachstumskurs fortgesetzt und sind nun sechs Quartale in Folge gewachsen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Schaeffler AG, Klaus Rosenfeld. So stieg der Umsatz um 12,4 auf 6,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allerdings ist der große Wachstumssprung vor allem auf die Schwäche des Euros zurückzuführen, wie es auch bei anderen deutschen Unternehmen derzeit der Fall ist. Ohne Währungsumrechnungseffekte lag das Wachstum bei 4,9 Prozent, so der Konzern.

Vor allem in der Automotive-Sparte konnte Schaeffler zulegen. Hier lag das Umsatzwachstum bei 14,1 Prozent (währungsbereinigt 6,9%). Vor allem in „Greater China und den USA“ wurde das Wachstum generiert. Wobei „Greater China“ dem Konzern zufolge generell sehr wichtig für das gesamte Umsatzwachstum war: „Das höchste Umsatzwachstum erreichte die Schaeffler Gruppe in der Region Greater China mit einer Steigerung von 35,4 Prozent (währungsbereinigt +12,0 Prozent) gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von der Region Americas, in der der Umsatz um 25,6 Prozent (währungsbereinigt +11,6 Prozent) zunahm. Die Region Asien / Pazifik verzeichnete ein Umsatzwachstum von 11,9 Prozent (währungsbereinigt -0,7 Prozent). In der Region Europa lag das Wachstum bei 3,4 Prozent (währungsbereinigt +2,2 Prozent).“

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen stieg im ersten Halbjahr auf 818 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 801 Millionen Euro. Zwar ist die EBIT-marge mit 12,2 Prozent noch sehr hoch, rutschte aber im Vorjahresvergleich leicht ab. „Der Margenrückgang im ersten Halbjahr 2015 ist neben Sondereffekten im Zusammenhang mit Rechtsfällen und der geschäftsbedingt rückläufigen Marge in der Sparte Industrie auch auf unsere intensivierten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und höhere Vertriebskosten zurückzuführen“, sagte Finanzvorstand Ulrich Hauck. „Wir werden im zweiten Halbjahr verstärkt darauf achten, die Kostenentwicklung einzugrenzen und auf die weitere Umsatzentwicklung abzustimmen.“

Die aktuellen Entwicklungen in China dürften sich in den kommenden sechs Monaten jedoch auch bei Schaeffler bemerkbar machen und möglicher Weise den Umsatz deutlich verringern. So ist es verständlich, dass das Unternehmen für die Sparte Industrie eine Neuausrichtung plant und die Kosten senken will.

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