Kraftwerksförderung: Stromintensive Großkunden müssen weniger Aufschläge zahlen

Die Bundesregierung kommt der stromintensiven Großindustrie entgegen. Ein neuer Entwurf zur Kraftwerksförderung sieht einen deutlich geringeren Aufschlag vor. Weniger energieintensive Unternehmen müssen dieses Entgegenkommen dann jedoch finanzieren.

Die Bundesregierung will die energieintensive Industrie für die Förderung umweltfreundlicher Kraftwerke weniger als ursprünglich vorgesehen zur Kasse bitten. Stromkostenintensive Betriebe müssen demnach 0,03 Cent Aufschlag pro Kilowattstunde für den verstärkten Bau von sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) zahlen, wie es in einem aktualisierten Gesetzentwurf des Wirtschaftsministeriums heißt, der Reuters am Donnerstag vorlag. Im ersten Entwurf sollte der Aufschlag fast 20 Prozent höher ausfallen. Übrige Großkunden müssen nun im Gegenzug entsprechend zusätzlich zahlen.

Für beide privilegierte Kundengruppen gilt dies allerdings erst ab einem Verbrauch von mehr als einer Gigawattstunde. Bis dahin zahlen die Betriebe den gleichen Satz wie Normal-Kunden, für die sich im neuen Gesetzestext nichts ändert: Pro Jahr wird demnach ein Durchschnittshaushalt etwa zehn Euro mehr über seine Stromrechnung zahlen müssen als derzeit.

Das Vorhaben ist Teil des Programms, mit dem die Bundesregierung ihre Klimaziele bis 2020 noch erreichen will. Dabei soll die Förderung der KWK auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro jährlich mehr als verdoppelt werden. KWK-Anlagen erzeugen sowohl Strom als auch Wärme und gelten daher als klimafreundlich.

Sie werden vor allem in Ballungsräumen und bei Industriebetrieben eingesetzt, wo die Wärme zum Heizen oder für die Produktion genutzt werden kann. Gefördert wird laut Gesetzentwurf nur noch der Bau von Anlagen auf Basis des vergleichsweise umweltfreundlichen Brennstoffs Gas. Für Kohle-KWK, die schon im Bau sind, besteht allerdings Bestandsschutz.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Da zahlt also z.B. die arme Oma oder der kranke Opa via höhere Stoimpreise die Zeche der Abzocke namens Energiewende: eine Schande! Und was macht Merkel? Sie schaut zu.

  2. Alex sagt:

    Ähnlicher Irrsinn wie die Tatsache, dass viele Betriebe extra Strom verschwenden und ihre Geräte nachts unnötig laufen lassen, um so unterm Strich als energieintensives Unternehmen weniger zu zahlen.

    Angeblich soll die Umlage für die Förderung regenerativer Energien ja nur noch wenige Jahre steigen, danach kontinuierlich sinken, für alle Verbraucher, da erneuerbare Energien unterm Strich, sind sie erstmal ausgebaut, weniger kostenintensiv sind als die immer knapper werdenden fossilen Brennstoffe.
    Man darf gespannt sein.
    Womöglich aber werden die Einsparungen durch andere Dinge aufgefressen, wie Entschädigungszahlungen für die arg gebeutelten Milliardäre, die ihre Kernkraftwerke früher als geplant vom Netz nehmen müssen. Unternehmerisches Risiko gibt es hier nur für die Normalos.