Schweiz: Uhrenexporte nach Asien brechen weg

Die Schweizer Uhrenhersteller kämpfen mit sinkenden Exporten. Vor allem die Ausfuhren nach Asien sind im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat erheblich eingebrochen. Das schwächt die Industrie, schließlich ist China zusammen mit Hongkong eines der wichtigsten Exportziele für Schweizer Uhren.

Die Schweizer sind für ihr Uhrhandwerk in der ganzen Welt bekannt und deshalb geht auch der Großteil der in der Schweiz hergestellten Uhren ins Ausland. Umso größer sind die Auswirkungen auf die Industrie, wenn der Exportmarkt wie jetzt extrem schwächelt. Das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China und in Brasilien ist dabei genauso spürbar wie die BIP-Rückgänge in anderen Ländern.

So sind die Uhrenexporte im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,3 Prozent zurückgegangen. Vor allem am asiatischen Markt brachen die Ausfuhren weg. „Die acht führenden asiatischen Märkte sind alle gefallen, teilweise erheblich“, heißt es  in einer Mitteilung des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS). Die Exporte nach China brachen im Juli um 39,6 Prozent ein, in die Vereinigten Arabischen Emirate um 29,8 Prozent und beispielweise nach Südkorea um 19,7 Prozent. China und Hongkong bilden zusammen mit einem Anteil von 30 Prozent den wichtigsten Markt für den Export von Schweizer Uhren. Vor allem von der Sonderverwaltungszone Hongkong aus gehen viele Schweizer Uhren in andere Länder der Welt.

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 24,8 Prozent weniger Uhren nach Hongkong und China ausgeführt als im Vorjahreszeitraum. Während die Exporte nach Russland (-30,7 %), nach Japan (-5,5 %) und nach Belgien (-5,6 %) einbrachen, konnten die Schweizer Uhrenhersteller in die Niederlanden (+23,1 %) und beispielsweise auch nach Österreich (+22,2 %) höhere Ausfuhren verzeichnen.

Das Exportvolumen vergleichsweise günstiger Uhren im Wert von weniger als 200 Franken (Exportpreis) sank im Juli um zwei Prozent. Die Uhren zum Preis von 200 -500 Franken verzeichneten einen Rückgang des Exportvolumens um 14,5 Prozent und die teuren Uhren (500 Franken und mehr) wurden ebenfalls weniger ausgeführt. Hier sank das Volumen um 8 Prozent.

Die wichtigsten Uhrenexporteure weltweit sind die Schweiz, Hongkong, China, Frankreich und Deutschland. Etwa 1,2 Milliarden Uhren wurden im vergangenen Jahr weltweit produziert. Die Zahlen der exportierten Uhren übertrifft allerdings die Zahl der produzierten, da Uhren teilweise bestimmte Länder exportiert und von dort noch einmal exportiert werden. Hongkong beispielsweise importierte im vergangenen Jahr Uhren im Wert von 10,9 Milliarden Franken, exportierte aber wieder Uhren im Wert von 10,4 Milliarden Franken.

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