Deutsche Wirtschaft erwartet Exporteinbrüche in China

Die Ereignisse der vergangenen Wochen und das verlangsamte chinesische Wachstum trüben die Aussichten der deutschen Wirtschaft. Die Absätze deutscher Produkte in China werden sich erheblich verringern, ein wichtiger Markt droht wegzubrechen.

Die deutsche Wirtschaft stellt sich angesichts der zunehmenden Konjunkturschwäche in China auf ein schwierigeres Exportgeschäft mit dem asiatischen Land ein. „Die rasanten Zuwächse um zehn Prozent im Jahr sind Vergangenheit und auch das Sieben-Prozent-Ziel der Regierung ist nicht mehr realistisch“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertrages (DIHK), Volker Treier, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der jüngste Crash an den Börsen und die Abwertung des Yuan zeigten, wie berechtigt die Sorgen seien.

„Für die deutschen Exporte ins Reich der Mitte dürfte in diesem Jahr auch nur noch ein kleines Plus von zwei Prozent rausspringen“, so Treier. Im Rekordjahr 2014 waren die Ausfuhren dorthin noch um elf Prozent gewachsen. „Es zeigt sich jetzt, dass sich der Wechsel vom export- und investitionsdominierten China zu einem konsumorientierten und nachhaltig produzierenden Wachstumsmodell schwierig gestaltet.“

Aus China kamen in den vergangenen Wochen immer neue Negativ-Schlagzeilen. So liefen die Geschäfte der Industrie im August so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Die Sorge vor einem Wachstumseinbruch ließ weltweit die Aktienkurse abstürzen. „Die Konjunktur dürfte sich weiter abschwächen,“ so Ökonom Chester Liaw vom Analysehaus Forecast in Singapur. Die Unternehmen produzierten so wenig wie seit vier Jahren nicht mehr, die Bestellungen schrumpften. Anleger fürchten deswegen eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft.

Die Volksrepublik ist der viertgrößte Abnehmer deutscher Waren. Bislang hat die hiesige Wirtschaft die China-Schwäche anderswo ausgleichen können. Die deutschen Autobauer allerdings klagen bereits über Absatzeinbußen auf dem weltgrößten Automarkt.

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