Lieferdienst Delivery Hero: Gang an die Börse frühestens 2016

Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero schließt einen Börsengang noch in diesem Jahr aus. Gegen Ende des Jahres würden erst die unternehmensinternen Voraussetzungen erfüllt sein. Auch ist noch zu klären, ob es zuerst an die New Yorker Börse oder nach Frankfurt.

„Derzeit gibt es andere Dinge, auf die wir uns konzentrieren wollen. Die Voraussetzungen für einen Börsengang werden wir Ende des Jahres geschaffen haben, so dass wir im Laufe des kommenden Jahres jederzeit schnell entscheiden können. Noch aber gibt es keine Festlegung zum konkreten Zeitpunkt“, sagte Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher sei auch noch nicht entschieden, an welcher Börse – wahrscheinlich Frankfurt oder New York – die Firma ihr Marktdebüt gebe.

Im Fokus bei Delivery Hero stünden derzeit Wachstum und kräftige Investitionen und nicht, dass man einen Gewinn erziele, betonte Östberg. 2011 gründete der Schwede das Unternehmen, das in Deutschland vor allem für die Plattformen Lieferheld und Pizza.de bekannt ist. Über die diversen Plattformen haben die Kunden in 34 Ländern Zugriff auf die Speisekarten von mehr als 200.000 Restaurants.

Im vergangenen Jahr machte Delivery Hero einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 70 Millionen Euro. Seit seiner jüngsten Finanzierungsrunde wird das Unternehmen mit 2.000 Mitarbeitern mit fast drei Milliarden Euro bewertet. Mit der Absage von Delivery Hero gehören nun unter den Internetfirmen der Kochzutaten-Lieferer HelloFresh aus dem Imperium von Rocket Internet und der Rubrikanzeigen-Dienst Scout24 zu den aussichtsreichsten Börsenkandidaten für 2015.

Seit Anfang des Jahres ist die Startup-Schmiede Rocket Internet an Delivery Hero beteiligt. Die von dem bekannten Investor Oliver Samwer geführte Firma hält etwa 38 Prozent. Östberg will sich von dem global agierenden Konzern, der mit Foodpanda einen ähnlichen Dienst betreibt, nicht vereinnahmen lassen. „Rocket ist sehr erfahren bei der Auswertung von Daten. In diesem Bereich arbeiten wir eng mit ihnen zusammen. Was die Unternehmensentwicklung und -kultur betrifft, gehen wir aber komplett unseren eigenen Weg“, versicherte der 35-Jährige.

„Wir haben viele Anteilseigner und einer davon ist Rocket. Durch ihr Know-how können wir einiges von ihnen lernen. Wir werden aber weiterhin autonom unser eigenes Unternehmen führen.“ Nach Rocket sind Insight Venture Partners, Luxor Capital Group wie auch Kite Ventures die größten Investoren.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.