Domino: Russischer Rubel fällt auf Jahrestief

Die Idee, zur Rubel-Stützung die Devisenbestände zu drücken, dorht, zu spät umgesetzt zu werden. Am Montag fiel der Rubel auf ein Jahrestief. Sowohl gegenüber dem Dollar als auch gegenüber dem Euro verlor der Rubel deutlich an Wert. Neben dem wirtschaftlichen Abschwung belasten die Nervosität um die Chinadaten und die sinkenden Ölpreise den Rubel.

Es geht wieder abwärts mit der russischen Währung. Der Rubel sank auf den bis dato niedrigsten Stand in diesem Jahr. Für einen Euro musste man am Montagmittag 81,69 Rubel bezahlen, vier Prozent mehr als am Freitag vergangener Woche. Der Dollar kostete etwa 3 Prozent mehr.

Erst am Wochenende wurde bekannt, dass die russische Regierung in Moskau und die Zentralbank des Landes derzeit neue Maßnahmen zur Stärkung der Landeswährung vorbereiten. In der nahen Zukunft sollten die wichtigsten Exporteure ihre Devisenreserven auf den Markt werfen, um den Rubel zu stützen. Bereits im Dezember hatte die Regierung fünf der größten staatlichen Exporteure dazu angehalten. Ausgelöst wurde der Rubel-Absturz von den westlichen Sanktionen, mehr aber noch vom Preisverfall von Rohöl – dem größten russischen Exportschlager. Die deutschen Exporte nach Russland fielen um ein Drittel in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft haben Anleger am Montag einen großen Bogen um Öl und Kupfer gemacht. Der Preis für das US-Öl WTI rutschte in der Spitze um 3,6 Prozent auf 39 Dollar je Fass ab und markierte damit den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Das Nordseeöl Brent wurde mit 44,24 Dollar je Barrel zeitweise 2,7 Prozent schwächer gehandelt und war damit ebenfalls so billig wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr.

„Heute sind alle Märkte unter Druck“, sagte Jonathan Barratt, Analyst bei Sydney’s Ayers Alliance. Alle Augen seien auf China gerichtet. Auch der Kupferpreis kannte kein Halten mehr und fiel in der Spitze um drei Prozent auf 4903 Dollar je Tonne. In China, einem der weltgrößten Rohstoffverbraucher, mehrten sich zuletzt die Zeichen einer Wachstumsschwäche. Die internationalen Börsen sind seit Wochen auf Talfahrt. Allein am Montag rutschte der Shanghai-Composite in der Spitze um neun Prozent ab.

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