Schlechter Umsatz: Daimler streicht tausende Stellen in Brasilien

Wegen der Dauerkrise im brasilianischen Lkw-Markt streicht Daimler noch einmal über tausend Stellen. Die Kündigungen wurden bereits verschickt. Auch am Bus-Markt rechnet Daimler mit weiteren Rückschlägen.

Weitere 1.500 Stellen will Daimler streichen. Die Kündigungen seien den betroffenen Mitarbeitern des Werkes Sao Bernardo do Campo in der Nähe von Sao Paulo am Freitag zugestellt worden, sagte ein Konzernsprecher am Montag. Verhandlungen über vorübergehend kürzere Arbeitszeiten und niedrigere Gehälter seien zuvor gescheitert, könnten aber bis Anfang September wieder aufgenommen werden.

Den Angaben zufolge hat Daimler seit Anfang 2013, seit Beginn der Eintrübung in dem einstigen Boommarkt, rund 3000 Stellen in Brasilien abgebaut. Man könne derzeit nicht einschätzen, ob es möglicherweise zu weitere Kürzungen kommt, sagte der Sprecher weiter. Der Markt werde auf Jahre hinaus schwierig bleiben, eine schnelle Erholung sei nicht in Sicht. Wegen der Krise in Brasilien hatte der Lkw-Bauer MAN die Kosten in seinem dortigen Werk um 60 Prozent gesenkt, über Stellenabbau, Kurzarbeit und Gehaltsverzicht.

Bereits zu Beginn des Jahres streikten tausende Angestellte bei VW und Daimler, um einen weiteren Stellenabbau zu verhindern. Doch das Brasilien-Geschäft ist ein Dorn im Auge von Daimler. „Die gesamtwirtschaftliche Lage und die ungünstigen Finanzierungskonditionen in Brasilien beeinträchtigen hingegen nach wie vor die Investitionstätigkeit, sodass auch für die kommenden Monate deutlich rückläufige Verkaufszahlen erwartet werden“, hieß es im Juli von Seiten Daimlers.

Wie im Vorjahr belasteten Personalmaßnahmen im Rahmen der fortgeführten Optimierungsprogramme in Brasilien das Ergebnis, so der Konzern. Bei den mittelstarken und schweren Lkws beispielsweise rechnet Daimler mit einem weiteren Rückgang in Höhe von 40 Prozent. Die Nachfrage nach Bussen soll schätzungsweise 2015 ebenfalls um 25 zurückgehen.

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