NASA will menschliche Abfälle recyceln

Die Raumfahrt ist stets auf Innovationen angewiesen. Neben dem Heranzüchten von Lebensmitteln im All oder aus dem 3D-Drucker ist nun auch der Urin der Astronauten zumindest für die NASA und die Wissenschaftler von Interesse.

Astronauten können bei ihren Reisen nicht unendlich viel Gepäck mitnehmen. Die Essensrationen sind da genauso begrenzt wie die Kleidung oder persönliche Gegenstände. Aus diesem Grund wird seit Jahrzehnten daran geforscht, wie man die Ausflüge für die Astronauten so angenehm, gesund und effektiv wie möglich gestalten kann. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis der Urin der Astronauten ins Spiel kommen musste. Vielleicht ließe sich damit auch noch was anfangen, dachte sich die NASA.

Deshalb hat die NASA nun unter anderem Wissenschaftler der Clemson Universität mit etwa 200.000 Dollar bedacht, um herauszufinden, wie man menschliche Abfälle in nutzbare Produkte wie Vitamine und Kunststoffe umwandeln kann. „Synthetische Biologie für das Recycling von menschlichen Abfall in Essen, Functional Food und Materialien: Das Schließen der Schleife für Langzeit-Raumfahrten“, nennt die NASA das Forschungsprojekt. Zuständig dafür ist Mark Blenner von der Clemson University in South Carolina.

Die Idee dahinter beschreibt Blenner wie folgt: „Wenn man Menschen für lange Zeit in den Weltraum schickt, können sie nicht einfach zur Erde runter, um noch Schrauben holen oder auf den Markt gehen, um Lebensmittel zu kaufen.“ Für das Recycling von menschlichen Abfällen konzentriere sich Blenners Team daher auf den Urin und die ausgeatmete Luft der Astronauten. So soll beispielsweise das Kohlendioxid aus dem menschlichen Atem genutzt werden, um Algenkulturen zu versorgen. Algen, die im Weltall gezüchtet werden sollen.

Diese Algenkulturen wiederum produzieren Lipide und andere Fette, die in Verbindung mit Harnstoff ein guter Nährboden für Hefe sind. Eine gentechnisch veränderte Hefe soll dann mithilfe dieser „Nahrung“ zwei wichtige Produkte für Astronauten herstellen: Omega-3-Fettsäuren und Kunststoffe, schreibt Popular Mechanics mit Verweis auf Blenner. Die Kunststoffe beispielsweise könnten dann wieder für einen 3D-Druck verwendet werden.

Insgesamt hat die NASA acht Projekte ausgesucht, die sie finanziell unterstützen will. „Dieser wissenschaftliche Nachwuchs wird dem NASA-Innovationsmotor neuen Brennstoff liefern“, sagte Steve Jurczyk von der NASA. Diese neuen Technologien seien von wesentlicher Bedeutung, um sicherzustellen, dass die NASA und die Nation über notwendigen Fähigkeiten verfügt, um die Reise zum Mars anzugehen.

2030 soll es soweit sein, dann will die NASA mit einer Mission zum Mars aufbrechen. Neben Blenners Forschung beschäftigen sich die anderen Projekte unter anderem mit der effektiveren Nutzung von Solar-Panels, einem verbesserten Schutz der Raumschiffe gegen Hitze, wenn sie in die Atmosphäre eintreten. Es wird aber auch an Strukturen gearbeitet, die effektiv abgebaut und wieder aufgebaut werden können.

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