Deutsche Industrie punktet in der Forschung

Deutschland hat es geschafft, im internationalen Vergleich in Forschung und Entwicklung an die Konkurrenten aus den USA und Frankreich heranzukommen. Besonders das Verarbeitende Gewerbe war hier maßgeblich beteiligt.

Forschung und Entwicklung sind angesichts der gewachsenen Rolle der BRICS-Staaten und dem geringen weltweitem Wachstum sehr wichtig, um am Markt bestehen zu können. Vor allem deutsche Unternehmen können sich nicht mehr nur auf ihr Image als Qualitäts-Schaffende berufen. Innovationen sind gefragt. Tatsächlich gelingt das den deutschen Unternehmen aber auch immer mehr. „Unter vergleichbaren OECD-Ländern rangiert Deutschland mittlerweile auf Position 5 – noch vor den USA, Frankreich und Großbritannien“, heißt es in einer Analyse der KfW-Bankengruppe.

Die KfW hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Berlin (DIW) die Wachstumswirkung von Forschung und Entwicklung und die deutsche Position im Vergleich zu den 14 wichtigen Wettbewerberländern für den Zeitraum 1995–2012 untersucht. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Anstrengungen im Bereich von Forschung und Entwicklung (FuE) sich definitiv auf das Wirtschaftswachstum des jeweiligen Landes auswirkt. „Eine Steigerung der FuE-Wachstumsrate um einen Prozentpunkt erhöht das BIP-Wachstum schon im Folgejahr um etwa 0,05 bis 0,15 Prozentpunkte (abhängig von der Regressionsmethode und der Modellspezifikation)“, so die KfW.

Für Deutschland würde das bedeuten, dass eine Ausweitung im Bereich von Forschung und Entwicklung im Umfang von einer Milliarde Euro das BIP im darauffolgenden Jahr um 470 Millionen bzw. um bis zu etwa eine Milliarde Euro erhöht. „Folglich läge die Rendite je nach Abschreibungsrate etwa zwischen 40 und 90 Prozent.“ Umso wichtiger, dass Deutschland weiterhin auf Investitionen in  FuE setzt.

Das kann in den kommenden Jahren auch gegenüber den europäischen Nachbarn zu einem Vorteil werden. So haben nämlich Südkorea, Deutschland, Belgien, die Schweiz und die Niederlande ihre Investitionen in diesem Bereich zwischen 2005 und 2012 erhöht. Ein Großteil der Länder, wie etwa Österreich, Spanien, Finnland, Japan, Italien, die USA und Großbritannien haben im selben Zeitraum ihre Investitionen zurückgeschraubt. Vor allem ab 2007 hatten die staatlichen und privaten Investitionen deutlich zugenommen.

An der Steigerung der FuE-Investitionen sind die deutschen Unternehmen und der Staat beteiligt gewesen. „Mit Steigerungen von durchschnittlich 4,8 % p. a. investierte insbesondere der staatliche Sektor nach 2005 verstärkt in FuE – vor allem in Hochschulen und staatliche Forschungseinrichtungen.“ Aber vor allem spielt auch die deutsche Industrie große Rolle bei den verbesserten Investitionen. So entfallen in Deutschland über 85 Prozent der FuE in der privaten Wirtschaft auf die Branchen des Verarbeitenden Gewerbes.

In Frankreich, den USA und in Großbritannien fällt dies deutlich geringer aus. Allein auf die Branchen Kraftfahrzeugbau, Computer / Elektronik und Maschinenbau entfallen 55 Prozent der FuE in Deutschland. Wobei der Kraftfahrzeugbau mit 31 Prozent den größten Anteil ausmacht. „Dagegen wird in den FuE-intensiven Branchen Pharma sowie Computer und Elektronik in Deutschland im internationalen Vergleich relativ wenig geforscht.“

Bis 2020 sollen die Investitionen in Forschung und Entwicklung auf 3,5 Prozent des BIPs in Deutschland gesteigert werden, so die Expertenkommission Forschung- und Innovation (EFI). Das sei zwar ehrgeizig, aber für ein Land, „das seinen Wohlstand zu einem bedeutenden Anteil der FuE-intensiven Industrie und den produktionsnahen wissensintensiven Dienstleistungen verdankt, bleiben Investitionen in FuE eine zentrale Voraussetzung für das künftige Wachstum“.

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