Weiterer Eingriff: Chinas Zentralbank pumpt Geld in Interbanken-Markt

Nach der Zinssenkung hat die chinesische Zentralbank erneut eingegriffen, um die Wirtschaft zu stärken. Der Interbanken-Geldmarkt erhielt eine hohe Geldspritze. China selbst sieht jedoch für den Börsen-Absturz am Montag die USA am Hebel. Und die Börsenaufsicht geht indes gegen Journalisten, Aktienhändler und Brokerhäuser wegen möglicher Marktmanipulationen vor.

Chinas Zentralbank legt nach und greift der Wirtschaft mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen unter die Arme. Die Währungshüter stützten am Mittwoch den Interbanken-Geldmarkt mit sogenannten kurzfristigen Liquiditätsgeschäften (SLO) in Höhe von 140 Milliarden Yuan, umgerechnet knapp 19 Milliarden Euro. Diese Kredite, die nach sechs Tagen fällig werden, haben einen durchschnittlichen Zinssatz von 2,3 Prozent, wie die Notenbank auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Bank hatte die SLOs 2013 eingeführt, um ihren geldpolitischen Werkzeugkasten zu erweitern.

Die Zentralbank hatte erst am Dienstag angekündigt, die Leitzinsen zu senken – und zwar zum fünften Mal seit November. Zudem bekommen Banken künftig mehr Freiraum zur Kreditvergabe, was die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft ankurbeln soll. Die Turbulenzen an den chinesischen Börsen hatten zuletzt die Finanzmärkte weltweit stark unter Druck gesetzt.

Die chinesische Börse hat sich zwar im Vergleich zu Montag leicht erholen können, doch auch am Mittwoch schloss der Leitindex der Börse Shanghai im Minus mit 2966 (-1,3 %) Zählern. Seit Monatsbeginn hat die Furcht vor einem Konjunktureinbruch in China den Leitindex bereits um rund 19 Prozent einbrechen lassen.

Für die Ereignisse vom Montag macht China jedoch andere Akteure verantwortlich. So sei die amerikanische Zinspolitik für die weltweiten Talfahrten am Montag verantwortlich. Die Aussicht auf eine Zinserhöhung durch die Fed habe die jüngsten Ausschläge an den Börsen ausgelöst, sagte der Chef der Forschungsabteilung der chinesischen Zentralbank, Yao Yudong, einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Dienstag zufolge.

Die Börsenaufsicht greift nun auch ein. Die chinesische Börsenaufsicht nimmt nach den heftigen Kursturbulenzen der vergangenen Wochen verstärkt Aktienhändler wegen des Verdachts illegaler Geschäftspraktiken ins Visier. Acht Mitarbeiter des landesweit größten Handelshauses CITIC werden Verstöße gegen die Börsenregeln vorgeworfen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete. CITIC sei über das Vorgehen nicht informiert worden, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung an die Hongkonger Börse. Die Geschäfte liefen normal weiter.

Auch gegen Journalisten gehen die Behörden vor. Wang Xiaolu, ein Reporter des angesehenen Wirtschaftsmagazins Caijing, wird ebenso wie anderen Verdächtigen die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen. Ein Grund für die Verhaftung Wangs sei nicht genannt worden, erklärte Caijing. Nur eine objektive Berichterstattung fördere eine gesunde Entwicklung des Aktienmarktes, so das Magazin. Zum Ziel staatlicher Untersuchungen wurden zudem die vier Brokerhäuser Haitong, Founder, Huatai und GF. Sie sollen Kunden nicht ordnungsgemäß überprüft und identifiziert haben.

Die Börsenaufsicht hatte bereits im Juli angekündigt, verstärkt gegen mögliche Marktmanipulationen vorzugehen. Im Juni waren die Aktienmärkte um rund 30 Prozent eingebrochen. In den vergangenen Tagen ging es erneut deutlich nach unten: Chinas Börsen gaben am Montag um acht Prozent nach, am Dienstag ging es noch einmal sieben Prozent bergab.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Hans von Atzigen sagt:

    Man kann es ,,förmlich,, Richen.
    Die Interventionsspielräume werden immer enger.
    Interessant die Chinesen Kommunizieren Ihre
    Interventionsmassnahmen recht offen.
    Ob und wieviel da im Westen läuft???
    Man muss davon ausgehen das inzwischen auch
    auf den Kapitalmärkten so einiges an
    verdeckten Massnahmen Läuft.
    Nebst dem Abwertungskrieg auch
    noch Kampf mit dem Mittel Geld.
    Fals es das gibt währe das Brisant,
    Ein Spiel mit hohen Risiken für Alle.