Berliner Start-ups sind spitze bei Investitions-Fang

In diesem Jahr sind die Investitionen in deutsche Start-ups auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Berlin ist dabei absolut führend, noch vor London. Allein in den ersten sechs Monaten flossen etwa 1,9 Milliarden Euro in deutsche Startups.

In Berlin tummeln sich seit ein paar Jahren immer mehr Startups. Gute Infrastruktur und vergleichsweise günstige Büroimmobilien sind dabei auch ausschlaggebend. Doch die Ideen der Start-ups  in Berlin und anderen deutschen Städten sind auch überzeugend. „In der Hauptstadt hat sich ein funktionierendes Ökosystem für Start-ups etabliert, das international absolut wettbewerbsfähig ist“, sagt Peter Lennartz von EY. Es werde Englisch gesprochen und die Zahl der internationalen Konferenzen, der Investoren und der ‚Co-Working Spaces‘ sei ebenso gestiegen wie die Anzahl der Acceleratoren-Programme – sowohl unabhängige als auch von Corporates aufgelegte. Das spiegelt sich auch in der Höhe der Investitionen in diese Start-ups. Im ersten Halbjahr dieses Jahres flossen 1,9 Milliarden Euro in deutsche Startups – schon jetzt mehr als im gesamten letzten Jahr. Und allein 1,4 Milliarden Euro entfielen auf Risikokapitalinvestitionen in Berlin, wie eine aktuelle Studie von Ernst & Young (EY) zeigt.

Europas Start-ups finden aber auch generell in diesem Jahr einen guten Zugang zu Investoren. Bereits zur Jahreshälfte konnten sich die Start-ups in Europa 6,5 Milliarden Euro an Risikokapital sichern. „Die drei größten Start-up-Märkte Europas – Großbritannien, Deutschland und Frankreich – liegen alle auf Kurs, die Summe von 2014 zu übertreffen“, so EY.

„Die Risikobereitschaft der nationalen und insbesondere der internationalen Investoren ist so groß wie lange nicht mehr“, sagt Peter Lennartz von EY. „Sie sind auf der Suche nach renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten. Mit der derzeitigen Volatilität der Märkte und der andauernden Niedrigzinsphase bieten junge, dynamische Unternehmen eine reizvolle Alternative für Investoren.“ Auch in Deutschland gebe es inzwischen erfolgreiche Exits, was deutsche Start-ups zu attraktiven Investitionszielen mache. „Immer mehr junge Unternehmen treten den Beweis an, dass sie die vor allem mit der Digitalisierung verbundenen Umbrüche aktiv und erfolgreich mitgestalten können – das schafft Vertrauen auf Seiten der Investoren“.

Unter den europäischen Top-Start-up-Standorten finden sich neben Hamburg und München noch zwei weitere deutsche Städte. In neun Finanzierungsrunden kamen in Hamburg bisher 195 Millionen Euro zusammen, in München waren es bei 13 Finanzierungsrunden im bisherigen Jahresverlauf 119 Millionen Euro. Das reicht für Platz fünf und sechs hinter Paris und Stockholm.

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