Agrarminister fordern EU-Hilfen gegen Preisverfall

Die in den vergangenen Monaten extrem stark gesunkenen Preise machen den europäischen Landwirten zu schaffen. Nun wollen die nationalen Agrarminister Unterstützung aus den EU-Töpfen.

Die Agrarminister aus Deutschland, Frankreich und Polen pochen auf rasche Hilfe für die unter einem Preisverfall leidende Landwirtschaft. „Unsere Landwirte haben keine kostendeckenden Preise“, sagte der deutsche Ressortchef Christian Schmidt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen französischen und polnischen Kollegen, Stephane Le Foll und Marek Sawicki, am Montag in Berlin. In manchen Fällen sei bereits die Zahlungsfähigkeit der Betriebe gefährdet. Beim Sondergipfel der Agrarminister kommenden Montag in Brüssel müssten Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union (EU) beschlossen werden.

Besonders betroffen von den sinkenden Erzeugerpreisen sind nach Angaben aller drei Minister Milchproduzenten und Schweinemäster. Dazu kämen in einigen Teilen Europas auch steigende Futtermittelpreise durch die Dürre in diesem Sommer. Alle drei Minister plädierten für Exportfördermaßnahmen, Hilfen bei der Lagerhaltung und einem Anheben der Interventionspreise bei bestimmten Produkten. Zudem solle die Gewährung der sogenannten Direktzahlung – von der EU an Landwirte gezahlte Subventionen – erleichtert und beschleunigt werden. Über den finanziellen Umfang dieser Maßnahmen machten sie keine Angaben. Zudem würden bis Montag weitere Maßnahmen diskutiert.

Es müsse über Mechanismen nachgedacht werden, um die Volatilität bei der Preisbildung in den Griff zu bekommen, erklärte der französische Minister Le Foll. „Wir müssen den Binnenmarkt besser aktivieren“, forderte Sawicki. Als wesentliche Ursachen für den Preisverfall führten die drei Minister die trotz einer Steigerung unter den Erwartungen gebliebenen chinesischen Importe von Milchprodukten sowie das russische Embargo gegen landwirtschaftliche Produkte aus der EU an.

Kommentare

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  1. Baer sagt:

    Angebot und Nachfrage regeln ja bekanntlich den Preis, also besteht zur Zeit zuviel Angebot.
    Vielleicht wäre eine praktikable Lösung eine vorübergehende WQuotenregelung.
    Derjenige der die Quote überschreitet bezahlt einen Aufschlag , derjenige der darunter bleibt bekommt einen Zuschuß.
    Zum einen würde die Gesamtproduktionsmenge reduziert, was denPreis stabilisieren würde, zweitens wäre der finanzielle Verlust für alle niedriger bis nicht vorhanden.

  2. Delta120 sagt:

    Die Bauern haben mit der CDU/FDP den Neoliberalismus mit gewählt. Diese haben vor Jahren beschlossen, die Milchquote und damit Marktbeschränkungen ab zu schaffen. Wir sehen jetzt einen Verdrängungswettbewerb in Reinkultur, in dem die Kleinbetriebe sterben und zum Ende sich die Großbetriebe durchsetzen.

    In Ost Deutschland sind diese Großbetriebe ja noch als LPG bekannt und somit nichts neues außer das die heutigen produktiver sind.