Schlechte Finanzlage: Bundesregierung stützt Bausparkassen

Die deutschen Bausparkassen leiden unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Bundesregierung will nun eingreifen und die Regelung zur Vergabe von Bausparverträgen und Pfandbriefen lockern.

Die Bundesregierung will den 21 deutschen Bausparkassen in der aktuellen Niedrigzinsphase das Geschäft erleichtern. Unter anderem sollen sie künftig Baudarlehen auch außerhalb des eigentlichen Bauspargeschäftes vergeben können, sagte ein mit den Gesetzesplänen vertrauter Regierungsvertreter am Dienstag in Berlin. Dies solle ihnen helfen, ihre Ertragslage zu verbessern. Zu ihrer eigenen Refinanzierung sollten sie außerdem künftig auch Hypothekenpfandbriefe herausgeben können. Für die Bausparer, die rund 30 Millionen Bausparverträge halten, soll sich nach den Regierungsplänen allerdings nichts ändern.

Das Bauspargesetz war zuletzt 1991 novelliert worden. Es zwingt die Bausparkassen, das Geld ihrer Kunden nur in super-sichere Anlagen zu packen, die wegen der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank kaum Rendite abwerfen. Gleichzeitig müssen sie hochverzinste Altverträge bedienen. Den Kassen auch Anlagen in renditeträchtigeren Bereichen wie Aktien zu erlauben, ist dem Regierungsvertreter zufolge allerdings nicht vorgesehen.

Stattdessen strebt die Regierung an, die geltenden Regeln zu flexibilisieren. So sollen die Kassen in einem größeren Umfang als bisher Vorfinanzierungen für Häuslebauer anbieten können, deren Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif ist. Auch ihre für Hochzinsphasen reservierte Vorsorge sollen sie flexibler einsetzen können, um ihre Erträge zu verbessern. „Wir geben den Bausparkassen Möglichkeiten auf der Ertrags- und auf der Kostenseite“, sagte der Regierungsvertreter. In die Leistungsbeziehung zum Sparer eingreifen wolle man aber nicht. Das Gesetz soll bis zum Jahresende in trockenen Tüchern sein.

Kommentare

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  1. Udo P. sagt:

    …. dass der Grund für notleidende Bausparkassen die Niedrigzinssituation ist leuchtet mir garnicht ein. Das eigentlich Bauspargeschäft besteht doch in der Entgegennahme von 50% (der BSPSumme) Ansparbeträgen aus dem Bausparerkollektiv und der Ausgabe von gleich hohen Bauspardarlehen. Guthaben und Darlehenszins liegen ca. 2% auseinander und fertig. Klar muss ein gewisser Bestand da sein (muss?? Wieviel von der Anpparbetrag/Darlehenssumme?) aber dass hier der der Notstand eintritt wegen ausbleibender Verzinsungen auf diesen im Vergleich wohl geringen Bestand leuchtet mir nicht direkt ein.

    Oder ist auch diese Bankdienstleistung nicht getrennt von Eigenanlageaktivitäten ?

    UP

    • Dieter van Haag sagt:

      Die sind so pleite, das sie die Ansparsumme schon nicht mehr aufbringen können. Deshalb brauchen die mehr Zinsen zur Streckung. Nur weil die Kunden Ansprüche auf dem Papier haben, heißt das ja nicht das das Geld da ist. Und wie sieht es mit der Einlagensicherung bei den Bausparkassen aus ? Banken sind es ja nicht.