Mittelstand wird zum bedeutendsten Ausbildungsplatz

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der neuen Auszubildenden mit 518.000 auf einen neuen Tiefstand gefallen. Sinkende Schülerzahlen und ein Ansturm auf die akademische Laufbahn sind dafür verantwortlich. Gleichzeitig aber zeigt sich kann der Mittelstand auch hier seine wichtige Position in der Gesellschaft und in der Wirtschaft unter Beweis stellen. Der Mittelstand ist der einzige Bereich, in dem die Zahl der Auszubildenden erst erhöht und nun im Gegensatz zu anderen Arbeitgebern stabil halten kann.

Seit einigen Jahren geht die Zahl der Auszubildenden zurück, doch nur 518.000 Azubi-Anfänger wie 2014 gab es noch nie in Deutschland. Seit 2008 ist die Zahl der Auszubildenden insgesamt um etwa drei Prozent jährlich gesunken: von 1,61 auf 1,36 Millionen. Interessanter Weise gab es genau in diesem Zeitraum auch eine zunehmende Konzentration der jungen Menschen auf den deutschen Mittelstand. Hier hat sich die Zahl der Auszubildenden insgesamt bei ca. 1,2 Millionen gefestigt, wie eine Analyse der KfW zeigt.

Dieser Trend zeigt, wie ausgeprägt das Bild des starken und wichtigen deutschen Mittelstands weiterhin in den Köpfen verankert ist. Während immerhin 68 Prozent aller Erwerbstätigen im Mittelstand arbeiten, sind es nun immerhin sogar 85 Prozent aller Auszubildenden. Und in den kommenden Jahren will ein Fünftel der KMU ihre Zahl der Ausbildungsplätze sogar noch erhöhen.

Um weiterhin sehr attraktiv für Auszubildende zu sein, setzen die Mittelständler aber auch auf materielle Anreize wie Prämien, Diensthandys, Mietzuschüsse und ähnliches und haben ihre Marketingstrategien für diesen Bereich stärker auf die sozialen Netzwerke ausgeweitet. Schließlich sind für zwei Drittel der KMU attraktive Ausbildungsplätze ein Wettbewerbsvorteil. Diese Strategie der Mittelständler hat sich mit Blick auf die Entwicklung der Auszubildendenzahlen gelohnt und bleibt integraler Bestandteil angesichts der kommenden Jahre.

„Im Zuge des demografischen Wandels werden der deutschen Wirtschaft immer weniger Schulabsolventen zur Verfügung stehen“, sagt Jörg Zeuner von der KfW. Zukünftig sei deshalb eine verbesserte Kompetenzfeststellung und Nachqualifizierung von jungen Menschen ohne Berufsabschluss und Zuwanderern notwendig. „Auch eine höhere Durchlässigkeit zwischen Studium und Berufsausbildung ist notwendig. Denn die hohe Studierneigung bringt Reibungsverluste mit sich – mehr als jedes vierte Bachelor-Studium wird abgebrochen.“ Schließlich sei für kleine und mittlere Unternehmen die betriebliche Ausbildung das zentrale Instrument zur Fachkräftesicherung.

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