Maschinenbauer profitieren von Aufträgen aus dem Inland

Großaufträge im Inland und im Euroraum haben dem deutschen Maschinenbau im Juli ein Auftragsplus beschert. Die Aufträge aus dem nichteuropäischen Ausland wuchsen ebenfalls im Jahresvergleich. Russland und China drücken aber die Zahlen weiterhin.

Nach einem mageren ersten Halbjahr lag das Orderplus nun bei 18 Prozent im Juli, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch mitteilte. Im Inland schnellten die Bestellungen im Juli um 43 Prozent in die Höhe, im Ausland legten sie um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. „Wir hatten ungewöhnlich großvolumige Aufträge im Inland und im Euroraum“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Das herausgerechnet dürfte es in beiden Absatzregionen aber lediglich einen einstelligen Zuwachs gegeben haben, der den Orderrückgang von neun Prozent im Nicht-Euro-Raum kompensieren half.

Wie stark sich das Auftragsvolumen im Vergleich zum Vormonat verändert hat, konnte Ralph Wiechers vom VDMA auf Nachfrage der Deutschen Mittelstands Nachrichten allerdings nicht sagen. „Ein Vergleich zum Vormonat macht unseres Erachtens wegen der starken monatlichen Schwankungen, saisonaler Effekte etc. für eine Konjunkturbeobachtung und -bewertung keinen Sinn.“ Um welche Großaufträge es sich genau handelte, war ebenfalls nicht vom VDMA zu erfahren.

„Unterm Strich steht für die ersten sieben Monate des Jahres nur ein kleines Auftragsplus von plus zwei Prozent“, so Wiechers. In dem von Schwankungen weniger beeinflussten Drei-Monatszeitraum Mai bis Juli verzeichnet die überwiegend mittelständisch geprägte Branche, zu der auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp und Gea gehören, ein Plus von vier Prozent. Während die Order im Inland um 16 Prozent stiegen, sanken sie im Ausland um zwei Prozent.

Mitte Juli hatte der VDMA seine Produktionsprognose für 2015 gesenkt und erwartet nun eine Stagnation statt eines Wachstums von zwei Prozent. „Eine klare Ursachenzuordnung ist wegen der Größe des Nicht-Euroraums, seiner Bedeutung für den Maschinenbau und seiner Vielschichtigkeit damit nicht möglich“, sagte Wiechers den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Denn grob gerechnet entfalle rund die Hälfte des deutschen Maschinenumsatzes auf Länder, die nicht dem Euro angehören.

„Hinsichtlich der Präzisierung und Kategorisierung greifen wir ersatzweise auf aktuell verfügbare Daten zu den Exporten zurück, wohl wissend, dass die Exporte von heute die Auftragseingänge von gestern sind.“ Auf Basis der Exportdaten für den Maschinenbau dürfte ein großer Teil des Orderrückgangs im Vorjahresvergleich auf Russland entfallen, so Wiechers. Negativ laufen (weitere) Rohstoff exportierende Länder. „Ferner sehen wir Belastungen in China, freilich nichts Dramatisches. Deutlich positiv laufen dagegen die Geschäfte mit den USA.“

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