Schweizer Unternehmen verpassen Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist für viele Unternehmen in der Schweiz noch ein Fremdwort. Diese Vermutung legt zumindest eine aktuelle Umfrage zum Thema nahe. Im Vergleich zu deutschen und österreichischen Managern scheinen sich die Schweizer noch nicht allzu stark für das Thema zu interessieren.

Industrie 4.0 ist seit ein paar Jahren der neue Hoffnungsträger der Industrie. Digitale Vernetzung wird in einigen großen Unternehmen bereits eingesetzt und soll in Beispielen wie in Österreichs erster Pilotfabrik weiter entwickelt werden. Doch im Mittelstand ist Industrie 4.0 noch nicht wirklich angekommen, wie eine aktuelle Umfrage der Computer Sciences Corporation zeigt. Während in Deutschland immerhin 32 Prozent der befragten Manager von dem Begriff Industrie 4.0 und den damit verbundenen Veränderungen gehört haben, sind es in Österreich gerade einmal 22 Prozent.

Schlusslicht ist mit deutlichen Abstand jedoch die Schweiz. Hier gaben nur neun Prozent der Befragten an, schon einmal etwas davon gehört zu haben. 31 Prozent  erklärten, den Begriff bereits gehört zu haben aber dessen Bedeutung nicht zu kennen. Und mehr als die Hälfte der Schweizer Manager aus Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern hatten zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht einmal den Begriff gehört.

Nichts destotrotz gab fast ein Drittel der Schweizer Unternehmen an, dass die Unternehmen in der Schweiz gut auf die Industrie 4.0 vorbereitet sind. Die Mehrheit von 40 Prozent glaubt jedoch, dass die Unternehmen eher schlecht vorbereitet seien.

In einem Punkt sind sich die Unternehmen in der Schweiz, Österreich und Deutschland jedoch trotz der unterschiedlichen Kenntnisse der Industrie 4.0 einig. Tatsächlich gibt es in allen drei Ländern nicht ausreichend Fachkräfte, die die notwendigen Kenntnisse besitzen, um im Bereich der Industrie 4.0 arbeiten zu können. Was wahrscheinlich auch damit zusammnhängt, dass es, so zumindest 76 Prozent der Schweizer Unternehmen bzw. Manager, nicht genügend Informationen zum Potential von Industrie 4.0 gibt.

Hier stellt sich allerdings die Frage, wer für diese Informationen verantwortlich sein sollte. Schließlich findet die Forschung beispielsweise ja nicht nur in staatlichen Instituten wie Hochschulen sondern auch in den Unternehmen selbst statt. So legt die Umfrage nahe, dass es in allen drei Ländern, aber vor allem in der Schweiz, einen erheblichen Nachholbedarf hinsichtlich der Auseinandersetzung mit Industrie 4.0 bedarf.

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Keine Überraschung das Ergebnis bezüglich Schweiz.
    Die wursteln schon seit Jahrzehnten die Volkswirtschaft
    gegen die Wand.
    Mit Rationalisieren und Modernisieren haben die
    das nicht so am Hut.
    Die Schweiz war mal Topp Weltspitze in Sache,
    Inovation und Produktivität kombiniert mit Spitzen-Qualität.
    Die Schweiz lebt zunehmend von Substanz aus der
    Vergangenheit.Da ist zunehmend Masse das einzige
    das zulegt.
    Na ja Schweizer sind auch nur Menschen da gehen
    wie den Kartoffeln die Augen erst auf wenn sie
    im Dreck (=Erdreich) stecken.
    Tja, Denkfaul und Selbstzufrieden geworden, die Eidgenossen.
    Freundliche Grüsse