Österreichs Wohnungsmarkt boomt

Der Wohnungsmarkt in Österreich boomt. Im ersten halben Jahr sind die Wohnungsverkäufe gegenüber dem Vorjahr um über 30 Prozent gestiegen. Die Preise für die Wohnungen haben sich allerdings nicht weiter erhöht.

2014 konnte sich der österreichische Wohnungsmarkt schon über einen Regen Ansturm freuen. Doch in den ersten sechs Monaten des neuen Jahres kam es noch einmal zu einem richtigen Boom. 21.500 Wohnungsverkäufe wurden im Österreichische Grundbuch verbüchert. Das entspricht einem Plus von 36 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

„Bereits im Jahr 2014 verzeichneten wir am Jahresende ein All-Time-High am Eigentumswohnungsmarkt“, sagt Bernahrd Reikersdorfer von Re/Max. Der Wert der verkauften Wohnungen kletterte dementsprechend von 966 Millionen Euro auf 4,13 Milliarden Euro. Gemessen am Volumen und am gesamten Wert der verkauften Wohnung, machen Wohnungsverkäufe mittlerweile 40 Prozent der Immobilienverkäufe im Land aus.

Und nicht nur der Verkauf von Wohnungen bucht. Insgesamt gab es am Immobilienmarkt in Österreich 54.000 Verbüchungen, 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Wobei die stärkten Zuwächse in Tirol, Vorarlberg, Oberösterreich verbucht worden. Wie sehr die Branche boomt, zeigt ein Blick auf Salzburg: Mit einer Steigerung von 20 Prozent bei den Immobilienverkäufen im ersten halben Jahr ist Salzburg das Schlusslicht. „Wir steuern 2015 auf ein neues Rekordjahr mit erstmals über 100.000 Immobilien-Transaktionen zu“, so Reikersdorfer.

Am gesamten Immobilienmarkt sind Verkäufe im Wert von 10,8 Milliarden Euro getätigt worden. Doch sowohl am gesamten Immobilienmarkt als auch am Wohnungsmarkt gilt: Nicht etwa die Preise sind in die Höhe gegangen, sondern die Anzahl der Preise. So sind österreichweit im Jahresvergleich im ersten Halbjahr die Wohnungspreise im Schnitt für eine typische Wohnung auf 170.453,- Euro – also um -2,0 Prozent – zurückgegangen. Jede 4. Wohnung kostete weniger als 99.000 Euro. „Am anderen Ende der Preis-Bandbreite, nämlich im oberen Preis-Viertel, investierten die Käufer in den Wohnungskauf 232.433 Euro und mehr. Das sind um -2,7 Prozent weniger als im Jahresvergleich 2014“, heißt es in der Re/Max Analyse. Bei den leichten Preisrückgängen der vergangenen Monate kann von einer Beruhigung gesprochen werden, immerhin sind die Wohnungspreise innerhalb der vergangenen Jahre im Schnitt um 34 Prozent gestiegen.

Grund für den rasanten Anstieg der Verkäufe sind und waren neben der allgemeinen Flucht in Immobilien auch die Diskussionen über die Steuerreform, die mittlerweile verabschiedet wurde und deren Änderungen bald gänzlich zur Entfaltung kommen werden. Denn eine Flucht in die Immobilien würde nur eine große Nachfrage erklären, nicht aber auch das große Angebot. „Da vor allem Verkäufern einige steuerliche Verschärfungen blühen, hat sich sicher manch vorausschauende Immobilien-Besitzer gesagt: Die Nachfrage nach Immobilien ist weiterhin gegeben, die am Markt erzielbaren Preise sind gut, die Preise haben sich in den letzten 12 bis 18 Monaten – auch in den Ballungszentren – weitestgehend eingependelt und in einem halben Jahr bezahle ich im Falle eines Verkaufs mehr Steuern Warum also warten? Ich verkaufe jetzt und spare damit zusätzliche Steuern“, so Reikersdorfer.

Kleine Wohnungen werden zunehmend interessanter. Die wachsende Zahl von Singles und kleinen Familien spielt hier eine große Rolle. Und so stiegen beispielsweise die Wohnungsverkäufe in Wien um 32 Prozent, die Preise aber fielen insgesamt. Das erste Mal seit Beginn de Re/Max Immobilienspiegels im Jahr 2008 sind die Preise in Wien gefallen.

Enorme Kauf- und Verkaufstätigkeit herrschte in Floridsdorf und Meidling – jeweils 550 Wohneinheiten in einem halben Jahr und damit mehr als doppelt so viele wie in den Vorjahren.“ Die typische Wiener Wohnung kostete im ersten Halbjahr pro Quadratmeter 3.373,- Euro (-1,4 %) und damit weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber auch um 54,7 mehr als im legendären Boom-Jahr 2010.

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