Europas Finanzvorstände fürchten China-Abschwung

Die sinkende Wirtschaftskraft Chinas bereitet den Finanzvorständen weltweit Sorgen. Noch mehr als ein Abschwung in den Schwellenländern insgesamt oder eine sinkende Nachfrage, fürchten sie ein geringeres Wachstum in China. Und tatsächlich kann von einer Verschnaufpause nicht die Rede sein. Das Wachstum Chinas für 2014 wurde nach unten korrigiert und immer mehr Geld verlässt das Land.

Dass Chinas Wirtschaft nicht ungehindert weiter im zweistelligen Bereich wachsen kann, ist den Unternehmen und Finanzvorständen weltweit klar. Doch die Ereignisse der vergangenen Wochen haben das Thema China wieder auf die Agenda gesetzt. Und von einer Beruhigung kann auch trotz den Bemühungen der chinesischen Regierung nicht die Rede sein.

Wie stark China weiterhin als Risiko wahrgenommen wird, zeigt eine Umfrage der CNBC unter 51 Finanzvorständen aus Europa und Asien. Die Mehrheit dieser, 60 Prozent,  glauben demnach, dass eine Abkühlung in China derzeit die größte Gefahr für ihr Geschäft darstellt. Eine Abkühlung in den Schwellenländern insgesamt oder auch eine schwächere Nachfrage sind für die Finanzvorstände weit weniger beunruhigend (20 % und 10 %). Selbst ein Zusammenbruch der Eurozone wird derzeit nicht als Risikofaktor angesehen.

Seit Mitte Juni sind die Börsen in China um 40 Prozent eingebrochen. In der ersten Jahreshälfte lag das chinesische BIP bei 7 Prozent. Und Anfang der Woche wurde das Vorjahresniveau von 7,4 auf 7,3 Prozent korrigiert, wie das Nationale Statistikamt mitteilte.

Eine Abwertung des Yuan als Stützungsmaßnahme würden die meisten der befragten Finanzvorstände daher in Kauf nehmen. 70 Prozent dieser gaben an, dass eine leichte Abwertung keinen Effekt auf ihre Exporte nach China hätte, 20 Prozent rechnen mit einer leichten Reduzierung ihrer Exporte in Folge einer solchen Maßnahme.

Unterdessen kämpft China an einer weiteren Front. Immer mehr Geld verlässt das Land. Etliche Unternehmen investieren ins Ausland und Konsumenten kaufen eigentlich teure Waren im Ausland. Der Citigroup zufolge sollen in den in den vergangenen vier Quartalen etwa 500 Milliarden Dollar das Land verlassen haben. Und die Währungsreserven des Landes sind von 4 Billionen auf 3,7 Billionen Dollar gesunken. Bis Ende des Jahres wird sogar ein Rückgang auf 3,3 Billionen Dollar erwartet, zitiert die CNBC die Citigroup.

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